Petzl Nao+ Stirnlampe

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Heute ist die Petzl Nao+ Stirnlampe auf dem Prüftsand. Die Nao+ bietet hierbei eine Besonderheit: Sie misst über einen Sensor das reflektierte Licht und reguliert automatisch die Helligkeit.
Petzl gehört zu den renommiertesten Herstellern von Stirnlampen und weiterem Outdoorequipment, speziell in den Bereichen Klettern, Expeditionen, Outdoor und nicht zuletzt Sport. Die Nao+ ist speziell für sportliche Aktivitäten wie Trailrunning konzipiert.

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Hier war eine nette Aufmerksamkeit dabei.Petzl 001

 

Technische Daten

  • Bis zu 750 Lumen
  • Gewicht: 185 g
  • REACTIVE LIGHTING oder CONSTANT LIGHTING
  • kompatibel mit der App MyPetzl Light (erfordert mindestens iOS 7.1 oder Android 4.3)
  • Lichtkegel: breit, kombiniert oder fokussiert
  • Lithium-Ionen-Akku 2600 mAh (enthalten) per USB aufladbar
  • Ladedauer: 6 Std
  • Wasserdicht: IP X4 (wasserfest)

 

Besonderheiten

Das Wichtigste vorneweg:
Die NAO+ ist eine Stirnlampe welche mit Hilfe eines Sensors die Helligkeit der Umgebung misst und so die Leuchtkraft automatisch den Anforderungen anpasst. So wird der Energieverbrauch optimiert und manuelle Eingriffe auf ein Minimum reduziert. Der Sensor lässt sich jedoch auch abschalten und die Stirnlampe somit konventionell nutzen.

  • Form des Lichtkegels, Leuchtdauer und Leuchtkraft können mit der mobilen App MyPetzl Light für Smartphone und Tablet (kostenloser Download im App-Store und bei Google-Play) benutzerspezifisch konfiguriert werden:
    – Zugriff auf die verbleibende Leuchtdauer in Echtzeit,
    – Einstellung der Leuchtstärke und der Leuchtdauer,
    – Aktivierung und Erstellung von Leuchtprofilen entsprechend der Aktivität,
    – Lampe wird geliefert mit dem Leuchtprofil für verschiedene Aktivitäten
    – vier weitere über die App MyPetzl Light verfügbare Profile: Trailrunning, Bergsteigen, Trekking, Biwak,
    – die Lampe bleibt unabhängig von der Applikation nutzbar.
  • Außerdem besteht die Möglichkeit, die Lampe mit der CONSTANT LIGHTING Technologie zu verwenden, die während der gesamten Leuchtdauer eine konstante Leuchtkraft ermöglicht
  • Ergonomischer Schalter, auch mit Handschuhen leicht zu bedienen.
  • Rotes Licht an der Rückseite des Akkugehäuses
  • Die LOCK-Funktion verhindert ein unbeabsichtigtes Einschalten während des Transports und bei Nichtbenutzung der Lampe.
  • Vom Hersteller bis -30 Grad spezifiziert
  • Zusätzliches oberes Kopfband für technische Aktivitäten.
  • Das als Zubehör erhältliche NAO +-Gürtelkit ermöglicht es, den Akku am Gürtel zu befestigen, um das am Kopf getragene Gewicht zu reduzieren und den Akku im Winter vor Kälte zu schützen.

Unten sind die LEDs für den Nah- und Fernbereich. Oben ist der Helligkeitssensor. Nao+ 019

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Lieferumfang

Geliefert wird die Lampe samt Zubehör in einem schicken Karton welcher die wichtigsten Informationen aufgedruckt hat. Im Lieferumfang befindet sich neben der Lampe selbst das Akkugehäuse mit integriertem Rücklicht, ein LiIon Akku der Größe 18650 mit einer Kapazität von 2600mAh, ein Überkopfband, ein USB male auf female Kabel sowie eine Bedienungsanleitung in mehreren Sprachen (darunter auch deutsch).

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Aufbau / Verarbeitung

Das Gehäuse der Lampe besteht aus robustem und schlagfestem Kunststoff, die Verarbeitung ist makellos. Es sind keinerlei Grate oder sonstige Fehlstellen zu finden. Der Neigunswinkel lässt sich in insgesamt sechs Rasterstufen einstellen, wobei die Rasterung erfreulicherweise von der stabilen Sorte ist. Da ich ein Exemplar der 1. Generation besitze kann ich sagen dass die Langlebigkeit absolut gegeben ist.
Die LED mitsamt der Elektronik sitzt auf einem Metallblech mit Kühlrippen zur Wärmeabfuhr. Das Kunsstoffgehäuse hat hierzu auf der Rückseite große Lüftungsschlitze.

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Bedienung über die App

Da ich auf die manuelle Bedienung weiter unten noch eingehen werde, bezieht sich dieser Absatz nur auf die Bluetooth Funktionen. Nachdem die Lampe per Bluetooth mit Smartphone oder Tablet verbunden ist, finden sich verschiedene Seiten, unter anderem: Status, Profile, Live und Notfall. Die Menüführung ist dabei leicht verständlich und intuitiv.

-Im Statusfeld lassen sich diverse Parameter , wie Helligkeitsstufe, verbleibende Leuchtdauer und Weiteres direkt einsehen.

-In den Profilen lassen sich verschiedene Leuchtprofile aktivieren oder eigene Profile speichern.

-Unter Live lässt sich die Helligkeit direkt anwählen.

-Die Notfallsektion hält eine Texteingabe bereit, welche den geschriebenen Text dann in Morsezeichen übersetzt.

-Auch das Rücklicht lässt sich über Bluetooth steuern (Blinken, Dauerleuchten, Aus).

 

Beamshots

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Beamshots Nao+ 013

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Beamshots Nao+ 017

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Messkurve / Laufzeit

Alle Messreihen wurden mit nicht geeichtem Hobbyequipment durchgeführt und sind daher nicht verbindlich. Die Nao+ verfügt über eine Temperaturregelung. Wird sie ohne Kühlung in der maximalen Stufe im Constant Lighting betrieben, liegt der Mittelwert bei ca. 85 Prozent der Anfangshelligkeit. Wird die Lampe in gleicher Leuchstufe gekühlt, bzw beim Laufen / Biken betrieben (hier durch einen Ventliator simuliert), pendelt sich der Mittelwert bei ca. 93 Prozent ein. Unabhängig von der Akkuspannung ist eine nahezu gleichbleibende Helligkeit über die gesamte Nutzungsdauer möglich.
Geht der Akku zur Neige, signalisiert die Nao+ das durch mehrmaliges Blinken um dann rapide in der Helligkeit abzufallen. Danach steht noch eine dunkle Low-Stufe von 15 Lumen für 2 Stunden als Reserve zur Verfügung.
Koppelt man den Akku mit dem mitgelieferten USB Kabal an ein Ladegerät, wird der Akku intern erst geprüft und der Ladevorgang nach ca. 20 Sekunden selbstständig begonnen. Der Akku wird mit bis zu 0,43 A geladen, wobei die dreistufige Ladestandsanzeige über den Fortschritt Auskunft gibt.

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Der mitgelieferte Akku mitsamt Stecker. Normale Akkus können somit nicht verwendet werden. Nao+ 066



Praxistest

Ich war mit der Nao+ jetzt einige Male mit verschiedenen Settings (Trail)Laufen und Mountainbiken.
Speziell beim Traillaufen kommt es nicht nur auf eine sehr gleichmäßige Ausleuchtung des Nahbereichs an, sondern auch das Tragegefühl bei gleichzeitiger Rutschfestigkeit spielt eine Rolle. Gerade hier werden nochmal härtere Bedingungen an eine Lampe gestellt, muss sie doch auch bei gröberen Erschütterungen sicheren Halt finden ohne einzuengen oder gar schmerzhaft zu sein. Desweiteren bewerte ich bei Stirnlampen die zum Laufen eingesetzt werden sollen weitere Kriterien, wie eine einfache Bedienung, die auch mit nassen und kalten Fingern oder Handschuhen sichergestellt sein muss.

Ausleuchtung:
Beim Laufen möchte man wie gesagt eine gleichmäßige und kräftige Ausleuchtung des Nahbereichs. Beim Traillaufen umso mehr.
Ist nur eine LED für den Nahbereich aktiviert, ist dieser sehr angenehm und gleichmäßig ausgeleuchtet. Wird die zweite LED zugeschaltet, kommt eine ordentliche Fernsicht hinzu, das Lichtbild ähnelt hier dann dem einer universellen Reflektorlampe, jedoch sind die Übergänge von Spot zu Spill weicher. Grundsätzlich bleibt auch bei der Spoteinstellung die Ausleuchtung für den angedachten Einsatzbereich praxisgerecht, das heißt es gibt keinen extrem grellen Spot der beim Laufen stören oder die harmonische Gesamtausleuchtung stören würde. Spot und Spill gehen angenehm ineinander über. Die real nutzbare Reichweite würde ich auf 60 Meter schätzen.
Der Sensor regelt zügig aber unaufgeregt nach. Es gibt kein nervöses Hoch- und Runterregeln, alles passiert stufenlos und unauffällig. Es gibt zwischenzeitlich ein paar Lampen die ein solches Feature aufweisen, aber hier ist es zu Ende gedacht und ausgereift. Sehr gut.

Tragegefühl:
Das ist natürlich sehr individuell. Ich bin bedingt durch spätabendliches Training und die dadurch nahezu tägliche Nutzung von Stirnlampen natürlich einiges gewohnt und empfinde eine Stirnlampe auch nicht als störend, dennoch werde ich versuchen mich in einen Nutzer hinein zu versetzen, der nur sporadisch eine Stirnlampe trägt. Die Nao+ gehört mit 185 Gramm zwar zu den schwereren Vertretern dieser Leistungsklasse, dennoch ist sie gut ausbalanciert und lässt sich durch den rückseitigen Klemmverschluss sehr leicht anpassen. Die Innenseiten der stirnseitigen Halterung sowie der Rückseite sind mit Moosgummi beklebt, was ein nochmals bequemeres Tragen ermöglicht. Stört man sich nicht an dem von vorn nach hinten verlaufenden Kabel, gibt es beim Tragekomfort nichts auszusetzen. Gehe ich auf lange Läufe von mehreren Stunden, ziehe ich unabhängig davon welche Stirnlampe ich mitnehme, einen Schlauchschal über die Stirn, womit sich das Tragegefühl nochmals deutlich verbessert.

Bedienung:
Bei vielen Lampen würde mein Test hier mit „Hat man die Bedienung erstmal verinnerlicht, geht selbige nach etwas Gewöhnung recht leicht vonstatten“, weiter gehen, aber hier gibt es nichts zu verinnerlichen oder eine komplizierte Bedienung an die man sich gewöhnen müsste. Man muss sich nur entscheiden ob man die Lampe alles regeln lassen möchte (Reactive Lighting), dann hat man abgesehen vom An – und Ausschalten nichts mehr zu tun, oder man wählt den Current Modus, wobei man per Drehrad zwei Helligkeitsstufen auswählen kann. Thats it. :thumbup: Einfacher gehts kaum.

Der große Drehschalter ist auch mit dicken Handschuhen bestens bedienbar.Nao+ 013

Wie auch schon oben bei den Beamshots zu sehen ist das Rücklicht sehr hell und auch über weite Strecken gut sichtbar.output_l8eHiK

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Fazit

Ich hatte die Nao+ jetzt ein paar Wochen zum Testen hier und hatte sie immer wieder beim (Trail) Laufen und Mountainbiken dabei. Dabei hat sie ihre Aufgaben auch bei kalten Temperaturen und Regen souverän erfüllt.
Die NAO+ bietet für technikinteressierte Nutzer viel Raum sich auszutoben. Aber auch Nutzer die eine einfache, zuverlässige Stirnlampe zum Sport suchen, finden hier eine gute Begleitung. Die Automatikfuntion arbeitet im postiven Sinne unauffällig. Gepaart mit der Möglichkeit dennoch ohne die zweifelsohne reich vorhandenen technischen Möglichkeiten zu arbeiten, machen die NAO+ sehr vielseitig einsetzbar. Wirkliche Schwächen erlaubt sich die Lampe keine. Ich würde mir lediglich wünschen dass man handelsübliche 18650er Akkus ohne spezielle Stecker verwenden könnte.

Auch wenn meine Testberichte unabhängig sind und ich immer versuche mit einer möglichst hohen Objektivität zu testen, bin ich gesetzlich dazu verpflichtet diesen Artikel als Werbung zu kennzeichnen.