Acebeam H15 Stirnlampe

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Heute möchte ich euch die Acebeam H15 vorstellen. Hierbei handelt es sich um eine Stirnlampe die über ein Drehrad gesteuert wird und kurzzeitig bis zu 2500 Lumen liefert.

Grundsätzlich verfolgt sie die Linie der Vorgängerin, der Acebeam H10, konsequent weiter, bietet aber die Möglichkeit die einzelnen Modi zu programmieren. Ich werde im Laufe des Reviews immer wieder Vergleiche zur H10 anstellen.

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Technische Daten / Herstellerangaben

-Spannungsbereich: 3V – 4.2V
-Maximale Reichweite: 135 m
-Luxwert: 4540 cd
-Sturzfestigkeit: 1 m
-Wasserdicht nach IPX8
-Größe:112mm(Länge)*24mm(Durchmesser Kopf)*20.8mm(Durchmesser Akkurohr)
-Gewicht: 50g ohne Akku; 99g inklusive 1*18650 Akku (ARC18650H-310A)
-Material: Aluminium mit HA3 Hartanodisierung
-Reflektor: Orange Peel / Strukturierter Reflektor
-Temperaturregellung

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Lieferumfang

1*H15 Stirnlampe
1*Kopfband mit Silikonhalter
1*18650 Akku (ARC18650H-310A) mit 3100 mAh
1*Demontierbarer Clip
2*Ersatz O-Ringe
1*Ersatz Gummiabdeckung
1*Garantiekarte
1*Gefahreninformationen zu LiIon Akkus
1*Bedienungsanleitung in englischer Sprache, sowie ein Exemplar in deutscher Sprache
1*Kartonverpackung

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Aufbau / Verarbeitung

Der Aufbau entspricht weitesgehend dem einer klassischen Winkelstirnlampe und ziemlich genau dem der Vorgängerin H10. Die wenigen Unterschiede sind von marginaler Bedeutung. Die XHP70.2 LED sitzt sauber zentriert in einem leicht strukturiertem OP Reflektor. Das Batterierohr weist für besseren Grip eine leichte Rändelung auf, die Tailcap ebenfalls. Um die Griffigkeit am Drehrad zu erhöhen, wurden etwas tiefere Rillen eingefräst. Auf der Rückseite des Kopfes sind Kühlrippen eingearbeitet um die entstehende Wärme ableiten zu können. Dies ist auch bitter nötig, denn die Lampe wird auf der höchsten Stufe extrem heiß. Die Lampe ist nach IPX8 wasserdicht und mit einer Hartanodisierung Typ HAIII geschützt. Die Verarbeitung ist wie von Acebeam gewohnt tadellos und gibt keinen Anlass zur Kritik. Die Beschichtung hat keine Fehlstellen, die Beschriftung ist sauber ausgeführt. Einen Magnet in der Tailcap, wie die Mitbewerber vielfach haben, hat die Lampe leider nicht.

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Um die Sichtbarkeit zu erhöhen verfügt das Kopfband auf der Außenseite über Reflexstreifen. DSC05853

Die Innenseite ist mit Silikonlamellen versehen um den Sitz am Kopf zu verbessern. DSC05831

Der Akku wurde mit 4,1V schon recht voll geliefert. Zur Schonung desselben würde ich mir jedoch wünschen dass dieser leer geliefert würde.

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Die ordentlich zentrierte XHP70.2 sitzt in einem OP Reflektor DSC05837

 

Bedienung

Kommen wir nun zur Bedienung. Wie schon die H10 lässt sich auch die H15 über einen Drehregler bedienen, jedoch mit ein paar Unterschieden. Ein- und ausgeschaltet wird die Lampe mit je einem kurzen Click. Über das Drehrad sind 4 einstellbare Modi direkt anwählbar. Diese Modi können jedoch durch Gedrückthalten frei konfiguriert werden.
Ein Beispiel: Man schaltet die Lampe mit einem kurzen Click in einer beliebigen Schalterstellung ein. Hält man den Taster nun gedrückt , wechselt die Lampe durch die verfügbaren Leuchstufen. Hat man sich für eine Leuchtsufe entschieden lässt man den Taster los und die Leuchtstufe ist gespeichert. So ist jede der vier Schalterpositionen mit einer Leuchstufe nach Wahl programmierbar.
Die Turbostufe ist jedoch nur per Doppelclick erreichbar, das aber aus jeder Schalterposition heraus, auch aus ausgeschaltenem Zustand. Durch einen weiteren Doppelclick gelangt man wieder in die per Schalterstellung ausgewählte Leuchstufe.

Darüberhinaus hält die Lampe auch die typischen Sondermodi bereit.
Hält man den Taster in ausgeschaltenem Zustand eine Sekunde lang gedrückt , wird das SOS Signal aktiviert, Strobe wird durch einen Dreifachclick erreicht.
Die Lampe lässt sich gegen unbeabsichtigtes Bedienen per langem Gedrückthalten des Tasters (4 Sekunden) sperren. Ein dreisekündiges Halten des Tasters entsperrt die Lampe wieder.

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Beamshots

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Die Acebeam H10 / H15 streuen den Spill noch viel breiter als beispielsweise Lampen mit TIR Linsen. (Armytek Wizard, Olight H2R…) output_71JCAQ

Outdoor
Die H15 bietet ein wesentlich breiteres Abstrahlverhalten als die meisten anderen Stirnlampen.
Der Holzstapel halblinks ist etwa 30 Meter entfernt, die darauf folgende Kurve 40 Meter. Insgesamt hat man mit der H15 auf Turbo etwa 50 Meter nutzbare Reichweite.

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Messkurve / Laufzeit

Eco / Pos.1 Low / Pos.2 Medium / Pos.3 High / Pos.4 Turbo Strobe / SOS
10 Lumen (65h) 50 Lumen (26h) 250 Lumen (6h) 700 Lumen (2h) 2500 Lumen (30s~110min) 1500 Lumen
20 Lumen (44h) 90 Lumen (15h) 320 Lumen (4.7h) 1000 Lumen (3min~110min)
35 Lumen (33h) 150 Lumen (10h) 500 Lumen (3h) 1500 Lumen (2min~110min)
50 Lumen (26h) 250 Lumen (6h) 700 Lumen (2h) 2000 Lumen (1min~110min)

Alle Messungen wurden mit nicht geeichtem Hobbyequipment durchgeführt und sind daher nicht verbindlich. Die Lampe verfügt über eine Temperatursteuerung wie man anhand der folgenden beiden Graphen sieht. Die Lampe wird im Turbo extrem heiß, so dass ein Stepdown zwingend notwenig ist. Die immense Hitzeentwicklung hat aber auch einen Vorteil. Leidet man unter einer Stirnhöhlenentzündung, kann man beim Tragen der Stirnlampe in der Region mal kurzerhand alles trockenlegen.

Zuerst bei Zimmertemperatur ungekühlt. Screenshot_20180115-235447~01

Hier mit Wasserkühlung Screenshot_20180116-094428~01

 

Bilder

Ein paar Eindrücke der Acebeam H15. DSC05887

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Links die H15, rechts die Vorgängerin H10. DSC05847

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Größenvergleich mit weiteren Winkelstirnlampen.
VLNR: Acebeam H15, Acebeam H10, Armytek Wizard, Olight H2R DSC05872

Noch ein paar mehr. Zusätzlich die Spark SG5, Fenix HL10 und die Olight H1. DSC05899

 

Praxistest

Kommen wir zum wichtigsten Kapitel, dem Praxistest. Als Langstreckenläufer habe ich die H15 wie immer auch als Lauflampe getestet und erinnere daher zum besseren Verständnis an meine Anforderungen an eine Stirnlampe die zum Laufen geeignet sein soll. Diese findest du in der Rubrik „Über…“ detailliert beschrieben.

Tragegefühl
Die Lampe steht genau wie die Vorgängerin seitlich weiter ab als die meisten anderen Winkelstirnlampen. Das fühlt sich anfangs etwas ungewohnt an, was sich aber nach einiger Zeit relativiert. Die Lampe verfügt ansonsten über einen angenehmen Sitz, kein Wippen oder ausladende Frontlastigkeit. Soweit also alles in Ordnung.
Allerdings lässt sie sich nur äußerst mühsam aus der Halterung entfernen. Armytek und Olight haben es mit ihren Clickhalterungen bzw Halterungen mit Gummilaschen vorgemacht wie es besser geht. Acebeam sollte sich diesem Fortschritt meiner Meinung nach nicht verweigern. Übrigens, die H15 passt in die beiden eben genannten Halterungen. ;)

Die Halterung von Armytek ist eine ernsthafte Alternative. DSC05885

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Ausleuchtung
Grundsätzlich stehen bei der H15 zwei Lichtfarben zur Verfügung (NW/5000K und CW/6500K)
Ich habe hier die Ausführung in CW.
Die H15 zeigt zur H10 eine nahezu identische Ausleuchtung. Diese ist extrem breit und verfügt über einen weich in den Spill auslaufenden Spot. Das ist an der weißen Wand zwar deutlich sichtbar, draußen verläuft sich das jedoch nach wenigen Metern in einen homogenen Lichtteppich.
Zumindest die CW Version erzeugt um den Spill einen gut sichtbaren blauen Bereich. Mich persönlich stört das zwar nicht, gesagt werden sollte es aber trotzdem.
PWM, also Pulsweitenmodulation konnte ich übrigens in keiner Stufe sichtbar machen, weder visuell noch mit der Kamera, das heißt die Lampe läuft flimmerfrei in allen Leuchtstufe.
Ein großes Manko der H10 war die mit 30 Lumen vergleichsweise helle niedrigste Leuchstufe. Die H15 verfügt zwar mit 10 Lumen über einen deutlich dunkleren Modus, ein echtes Moonlight sucht man dennoch vergebens.

Bedienung
Die große Stärke der H15 ist ihre simple Bedienung. Das Drehrad hat eine gute Gängigkeit. Sowohl mit den bloßen Fingern als auch mit Handschuhen ist die Bedienung auch während des Laufens uneingeschränkt gegeben. Während man die H10 noch mit einem langen Druck auf den Taster anschalten musste und so in Bewegung oft aus Versehen im Turbomodus landete, hat auch hier eine Verbesserung stattgefunden. Jeweils ein kurzer Click für An- und Ausschalten. Thats it. Lediglich die Entnahme der Lampe aus der Halterung kostet Fingernägel und Nerven. Ich weiß auch nicht ob die Silikonhalterung das unendlich oft mit macht.

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Annette war wie immer auch dabei. DSC05857

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Fazit

Viel Licht, nur wenig Schatten. Acebeam präsentiert hier eine würdige Nachfolgerin der H10. Eine gewohnt gute Verarbeitung gepaart mit einer hohen Praxistauglichkeit und beeindruckender Helligkeit. Darüberhinaus istt die Bedienung über ein Drehrad schon fast ein Alleinstellungsmerkmal unter Stirnlampen. So mancher Punkt wurde verbessert, aber es bleibt dennoch etwas Luft nach oben. Alles in allem bin ich sehr zufrieden.

Pro:
-Beeindruckende Helligkeit für eine Lampe dieser Größe
-Sehr leichte und intuitive Bedienung
-Gleichmäßige und praxisgemäße Ausleuchtung
-Leuchstufen frei programmierbar

Contra:
-Sitz aufgrund der Bauform anfangs etwas gewöhnungsbedürtig
-Weiterhin kein Moonlight Mode
-Die Lampe aus der Halterung zu nehmen ist extrem schwierig

Auch wenn meine Testberichte unabhängig sind und ich immer versuche mit einer möglichst hohen Objektivität zu testen, bin ich gesetzlich dazu verpflichtet diesen Artikel als Werbung zu kennzeichnen.

Ein Gedanke zu „Acebeam H15 Stirnlampe

  1. freaksound Autor

    Nachtrag:
    Ich hatte die H15 gestern Abend beim Mountainbiken eingesetzt. Normalerweise bevorzuge ich für eine einfache Bedienung eine Fernbedienung am Lenker wie es mir die Lupine Piko beispielsweise ermöglicht. Aber die H15 ist nicht mal schlecht dafür. Dadurch dass die Lampe seitlich etwas weiter absteht als die üblichen Winkelstirnlampen kann man sie auch noch gut bedienen wenn man sie unter dem Helm trägt. Durch das Drehrad sind die Leuchtstufen auch einfacher zu verstellen als beispielsweise bei den Wizards, H2R und Konsorten. Und dank des sehr leichtgängigen Tasters lässt sich der Turbo einhändig aktivieren wenn man bei einer Abfahrt viel Licht benötigt. Der Taster der Olight H2R beispielsweise lässt sich viel schwerer betätigen, so dass man entweder mit der anderen Hand gegenhalten, oder sofern man große Hände hat, komplett umgreifen muss. Bei der H15 genügt das einhändige leichte seitliche Antippen. Auch zum Mountainbiken eignet sie sich also hervorragend, zumal der extrem breite Abstrahlwinkel im Wald wirklich von Vorteil ist um seitlich in den Weg hinein ragende Äste zu erkennen.
    Allerdings hat die Lampe bei den momentan herrschenden sehr kalten Temperaturen Probleme den Turbo Modus zu aktivieren. Dies ist dem LiIon Akku anzulasten. Unabhängig vom Ladestand des Akkus quittiert die Lampe das mit einem kurzen Blinken und geht dann aus. Dieses Verhalten habe ich sowohl mit geschützten als auch mit ungeschützten Akkus festgestellt. Bei wärmeren Temperaturen tritt dies nicht auf.

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