Imalent HR70 Stirnlampe

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Die Leistungsdaten mancher Stirnlampen scheinen im Moment zu explodieren. Und so landet heute die Imalent HR70 auf dem Schreibtisch des Testers. Die Imalent HR70 wirbt mit einer Leistung von Sage und Schreibe 3000 Lumen aus einem 18650er LiIon Akku, welcher per Magnetladekabel in der Lampe geladen werden kann. Zudem verfügt die Lampe über ein paar weitere Besonderheiten.

Die Lampe wurde mir freundlicherweise von Gatzetec kostenlos für diesen Test zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür! Gatzetec bietet in seinem Online Shop eine große Auswahl an Taschenlampen und Outdoorartikeln.

 

Technische Daten / Herstellerangaben

Hersteller:                           Imalent
Bezeichnung:                         HR 70
LED:                          CREE XHP70.2
Leuchtstärke:             3000 Lumen
Reichweite:     150 Meter (5960cd)
Gewicht:   100 Gramm inkl. Akku
Wasserdicht:                           IPX 8

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Lieferumfang

Im Lieferumfang befindet sich neben der Imalent HR 70 Stirnlampe ein Kopfband, ein mit 3000mAh angegebener LiIon Akku, ein magnetisches USB Ladekabel, ein Clip und O-Ringe, sowie einer mehrsprachigen Bedienungsanleitung.

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Aufbau / Verarbeitung

Die komplett aus Aluminium gefertigte Lampe weißt am Akkurohr eine leichte Rändelung auf was besseren Grip bietet. An der Tailcap ist auf der Außenseite ein Magnet mit guter Haltekraft angebracht auf dem das Lampenmodell aufgelasert ist. Kopfseitig sitzt die Cree XHP70.2 LED in einem Orange Peel Reflektor. Das Frontglas lässt einen leicht bläulichen Schimmer erahnen, was auf eine Vergütung hindeutet. Eingefasst ist die Scheibe mit einem roh belassenen Metallring, was sehr interessant ausschaut. Angedeutete Kühlrippen sollen helfen die Wärme abzuführen. Auf der Rückseite des Lampenkopfes sitzt der Magnetladeport, ähnlich wie wir es auch von Armytek oder Olight kennen. Auf der Oberseite sitzt der Taster über den sämtliche Bedienung läuft. Mit einem guten haptischen Feedback gibt einem der Taster über die Schaltvorgänge Auskunft. Neben dem Taster sitzen zwei eingelassene farbige LED´s worauf ich gleich noch zu sprechen kommen werde. Alle Arbeiten wurden sauber ausgeführt, qualitativ habe ich nichts zu beanstanden.

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Das Kopfband

Das Kopfband ist ebenfalls von ordentlicher Qualität, reflektierende Elemente finden sich jedoch keine darauf. Die Lampe lässt sich zwar sehr leicht ein – und ausfädeln, das hat aber zur Folge dass sich die Lampe auch leicht verstellt. Bei normaler Nutzung spielt das keine Rolle, bei Trailläufen musste ich den Neigungswinkel aber hin und wieder mal korrigieren. Abhilfe schafft zum Beispiel etwas schwarzes Isolierband um das Akkurohr an den wichtigen Stellen. Allerdings gibt es von Mitbewerbern schon Lösungsansätze bei denen die Lampe einfach eingeclipst wird. Ich finde dieser Fortschritt hätte der HR70 auch gut gestanden. Letztendlich ist das aber alles Meckern auf hohem Niveau.

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Akku und Ladekabel

Der LiIon Akku in der Größe 18650 mit der Bezeichnung Imalent MRB-186P30 hat eine Kapazität von 3000mAh und ist mit einer Schutzschaltung gegen Über- und Tiefentladung versehen. Es ist übrigens trotz der Ladefunktion ein handelsüblicher 18650er, was ich sehr begrüße. Für den Fall dass man für längere Touren einen Ersatzakku mitführen möchte: Dass es bei der Leistung dieser Lampe jedoch ein hochstromfähiges Modell sein sollte, versteht sich von selbst. Das magnetische Ladekabel wird einfach an die Rückseite des Lampenkopfes gehalten und arretiert sich selbstständig. Leider ist die Magnetwirkung nicht sonderlich stark, das heißt das Ladekabel sitzt nicht sehr fest. Zuhause mag das keine Rolle spielen, wenn die Lampe während des Ladevorgangs ruhig liegen bleibt. Wer die Lampe aber beispielsweise während der Fahrt im Auto oder im Rucksack während einer Wandertour laden möchte, könnte damit Probleme bekommen. Wobei ich da lösungsorientiert denke und einfach einen Gummi um das Ladekabel und Lampenkopf binden würde. Nichts Dramatisches also, aber da sehe ich noch Potenzial. Der Ladevorgang beginnt automatisch und geht in Abhängigkeit der Akkuspannung mit bis zu 1,07A recht zügig vonstatten. Den Ladevorgang zeigt die Lampe mit den seitlichen LED´s rot an. Nach Beendigung desselben wechselt die Farbe auf grün. Die Ladeschlussspannung liegt mit 4,23V zwar noch in der zulässigen Spanne von 4,2V + maximal 0,05V, ist aber etwas hoch. Eine etwas niedrigere Ladeschlussspannung würde den Akku sicherlich mehr schonen. Wer sich an diesen Dingen stört, greift einfach zu einem externen Ladegerät die es auch schon sehr kompakt für kleines Geld gibt. Übrigens ist die Lampe während des Ladens weiterhin nutzbar. Ein Betrieb über eine Powerbank ist also möglich.

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Bedienung

Mit einem kurzen Click auf den Taster schaltet man die Lampe an und aus. Ist die Lampe an und hält man den Taster gedrückt, schaltet die Lampe durch die unteren 4 Leuchtstufen. Der Turbomodus ist nur per Doppelclick erreichbar, das allerdings aus jeder Einstellung heraus, auch wenn die Lampe ausgeschaltet ist. Möchte man aus dem Turbomodus wieder zurück, geht das jedoch nur mit einem Dreifachclick, denn mit einem Doppelclick landet man im Strobe.  Eine Besonderheit gilt es noch zu erwähnen: Die Lampe startet imer in der zuvor verwendeten Leuchtstufe, schaltet man jedoch aus dem Turbo Mode zurück, landet man immer in der niedrigsten Leuchtstufe. Ein Mode Memory steht also aus dem Turbo Mode heraus nicht zur Verfügung. Wie weiter oben bereits erwähnt zeigt die Lampe den Ladestand des Akkus  durch entweder rotes oder grünes Leuchten der kopfseitig eingelassenen LED´s dauerhaft an. Die mehrfarbige LED zeigt zusätzlich an ob die Lampe gegen unbeabsichtigtes Anschalten gesperrt ist. Dies geschieht durch mehrsekündiges Gedrückthalten des Tasters in ausgeschaltenem Zustand. Ebenso das Entsperren. Ein überaus sinnvolles Feature bei einer so leuchtstarken Lampe. Transportiert man die Lampe beispielsweise im Rucksack, empfiehlt es sich diese Funktion zu nutzen. Darüberhinaus steht aber auch ein mechanischer Lockout durch Lösen der Tailcap zur Verfügung.

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Beamshots

Whitewallshots

Während sich das Lichtbild an der weißen Wand auf kurze Entfernung mit einem großen Spot zeigt, welcher mit nicht ganz gleichmäßigen Farben sanft in den Spill übergeht, ist die Ausleuchtung draußen sehr flutig und gleichmäßig. Übrigens kommt die Lampe gänzlich ohne PWM (Pulsweitenmodulation) aus, leuchtet also in allen Stufen flimmerfrei. Sehr gut.

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Outdoor

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Messkurve / Laufzeit

Alle Messungen wurden mit nicht geeichtem Hobbyequipment durchgeführt und sind daher nicht verbindlich. Ich habe drei Graphen erstellt um die Temperatursteuerung zu testen. Einen signifikanten Unterschied sehe ich bei den ersten beiden Grafiken nicht. Gekühlt hält die Lampe die höchste Stufe minimal länger. Für mich ist das kein Nachteil, da ich die höchste Stufe ohenhin nur kurzzeitig nutze, etwa um mich kurz im Gelände zu orientieren. Wer dauerhaft diese Leistung benötigt muss grundsätzlich zu einer ganz anderen Kategorie Lampe greifen.

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Hier wurde die Lampe komplett untergetaucht und so zeigt sich auch die deutliche Wirkung der Temperaturregellung. Screenshot_20180426-223537_Science Journal

 

Bilder

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Praxistest

Tragegefühl

Das Tragegefühl ist vergleichbar mit anderen Vertreterinnen dieser Lampengattung. Durch das recht weiche Gummi des Lampenhalters wippt die HR70  minimal mehr, erreicht aber beileibe kein kritisches Maß. Das kommt erstens der Anschmiegsamkeit des Materials zugute und zweitens gleicht das relativ geringe Gewicht der Lampe das wieder aus. Hier erging es mir so dass ich die Lampe bei längeren Läufen irgendwann kaum mehr vernommen habe. Für normale Outdooranwendungen als auch für den Laufsport gleichermaßen gut.

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Ausleuchtung

Das Lichtbild ist durch die große LED in einem kleinen Reflektor sehr flutig ausgelegt, was dem Einsatzzweck einer Stirnlampe gerecht wird, wenngleich ich mir den Spill (Streulicht) für das Traillaufen etwas breiter wünschen würde. Die gleichmäßige und bei Bedarf kräftige Ausleuchtung deckt so ziemlich jeden Einsatzbereich ab, egal ob nächtliches Laufen oder alle anderen Outdooraktivitäten. Mehr Licht braucht kein Mensch. Vielleicht fehlt dem Ein oder Anderen aber eine richtig niedrige Leuchtstufe. Ein Moonlight Mode würde der Lampe gut zu Gesicht stehen.

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Bedienung

Die Bedienung gelingt mit  bloßen Händen als auch mit Handschuhen problemlos. Durch die Form des Lampenkopfes kann man den Taster auch ohne Übergreifen gut bedienen. Was mir auf Anhieb nicht erschließt, ist dass man vom Turbo Modus ausgehend zurück in die normalen Modi zunächst immer in der niedrigsten Stufe landet. Ein Wechsel zwischen Turbo und einer höheren mittleren Stufe ist nicht möglich. So ist der Wechsel zwischen 3000 Lumen im Turbo und 30 Lumen im Low Modus mitunter recht krass für die Augen.

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Die Lampe ist wasserdicht, kein Grund also bei Regen das Training ausfallen zu lassen.20180415_134846

 

Fazit

Die Imalent HR70 ist eine interessante Lampe mit vielen Vorzügen, die sich gut für das Traillaufen eignet. Aber auch Camping , Autoreparaturen (Magnet) oder sonstige Outdooranwendungen beherrscht sie mit ihrer zweckmäßigen Nahfeldausleuchtung. Die pure Leistung ist beeindruckend und ermöglicht auch eine gewisse Reichweite, zusammen mit dem mitgelieferten Akku  also ein Komplettpaket. Lediglich bei der Ladefunktion  sehe ich noch Luft nach oben.

Auch wenn meine Testberichte unabhängig sind und ich immer versuche mit einer möglichst hohen Objektivität zu testen, bin ich gesetzlich dazu verpflichtet diesen Artikel als Werbung zu kennzeichnen.

Ein Gedanke zu „Imalent HR70 Stirnlampe

  1. freaksound Autor

    Nach einem weiteren Praxistest muss ich mich etwas korrigieren. Oben im Review schrieb ich dass die Gummihalterung etwas locker für den Laufsport ist. Das trifft nur zu wenn die Lampe in den zwei dafür vorgesehenen Rillen befestigt wird. Rückt man die Lampe 5mm weiter zum Lampenkopf (da ist der Durchmesser des Gehäuses größer) halt die Lampe wunderbar fest.

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