Petzl Bindi Stirnlampe

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Der Trend bei Stirnlampen geht momentan dahin, möglichst viel Leistung mit allen dazugehörenden Nachteilen (Größe, Gewicht und nicht zuletzt jede Menge Abwärme) erreichen zu wollen. Erfrischend anders kommt da die Petzl Bindi daher. Klein, leicht und dennoch alles dabei um durch die Nacht zu kommen. Mit gerade einmal 35 Gramm Gewicht, bis zu 200 Lumen Lichtleistung, zusätzlichem Rotlicht und einem USB Anchluss um die Lampe direkt aufladen zu können, dürfte es für den Alltagsgebrauch an nichts fehlen.

Petzl ist ein Global Player was Outdoorequipment betrifft, darunter auch Stirnlampen für die verschiedensten Anwendungsbereiche. Die neueste Erscheinung habe ich kostenlos für diesen Test zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank hierfür an das Petzl Marketing Team, allen voran Vanessa für den freundlichen Support.

Bindi steht übrigens in der indischen Kultur für den roten Punkt, den die Frauen auf der Stirn tragen.

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Technische Daten / Herstellerangaben

-Ultraleicht und kompakt: nur 35 g.
-Aufladen der Lampe über Micro-USB-Anschluss.
-Drei Leuchtmodi: Nahbereich, Fortbewegung und Fernsicht.
-Rotes Licht, um die Dunkeladaptation des Auges zu erhalten und zu verhindern, dass  andere Personen in der Gruppe geblendet werden.
-Zwei LOCK-Funktionen, um ein unbeabsichtigtes Einschalten zu verhindern.
-Wenn die Lampe um den Hals getragen wird, kann der Lampenkörper nach oben    geschwenkt werden, um den Weg auszuleuchten.

Spezifikationen

Leuchtkraft: 200 Lumen
Gewicht: 35 g
Lichtkegel: breit
Betriebsmöglichkeiten: integrierter Li-Ion Akku 680 mAh (Ladedauer max 4h)
Zertifizierung(en): CE
Wasserdicht: IP X4 (wetterfest)

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Lieferumfang

Zum Lieferumfang gehört neben der Petzl Bindi mit dem integrierten Akku, ein USB Kabel und eine mehrsprachige Bedienungsanleitung, darunter auch Deutsch. Verfügbar ist die Bindi in drei verschiedenen Farben, darunter Weiß/Smaragdgrün, Weiß/Orange und Schwarz/Transparent. Hier war eine nette Aufmerksamkeit dabei.

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Aufbau / Verarbeitung

Die Petzl Bindi besteht aus stabilem und schlagfestem Kunststoff. Die nicht näher benannte LED sitzt in einem stark texturierten Reflektor, was eine breite und gleichmäßige Ausleuchtung ermöglicht. Daneben eingelassen sitzt die separate LED für das Rotlicht. Der farbig eingelassene Kunststoff für das Gehäuse ist dennoch weitestgehend transparent, so dass die Komponenten im Inneren erkennbar sind, was ich schön anzuschauen finde. Der gummierte Taster auf der Oberseite ist gut erreichbar und griffig. Zudem gibt er ausreichend haptisches Feedback über die Schaltvorgänge. Auf der Unterseite ist der Micro USB Anschluss verbaut, um die Lampe direkt aufladen zu können. Der Akku ist nicht entnehmbar. Das leicht verstellbare Stirnband gehört zweifelsohne zu der robusteren Sorte. Die Stirnlampe selbst lässt sich 360 Grad stufenlos im Halter drehen, wobei der Mechanismus im richtigen Maß gängig ist. Eine selbstständige Verstellung des Abstrahlwinkels kann somit nicht erfolgen. Sehr gut. Alle Aufdrucke sind scharf und fehlerfrei. Die Verarbeitung ist durchweg hochwertig und macht trotz des Kunststoffes auf mich einen sehr robusten Eindruck. Ich sehe keine Notwendigkeit die Lampe im harten Outdooreinsatz zu schonen.

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Mir ist die korrekte Schutzklasse der Lampe nicht bekannt. Die Bedienungsanleitung und die Produktseite des Herstellers geben zwar IPX4 an, was Schutz gegen Spritzwasser bedeutet. Die Werbebroschüre spricht jedoch von IPX7, was wiederrum Schutz vor zeitweiligem Untertauchen bedeutet. In der Bedienungsanleitung rät Petzl zudem die Lampe mit klarem Wasser abzuspülen, sollte sie mit Meerwasser in Berührung gekommen sein. Wie dem auch sei, Regen dürfte der Lampe folglich nicht das Geringste ausmachen. (Nachtrag: Petzl hat mich angeschrieben und mir mitgeteilt dass sich ein Fehler in der Broschüre eingeschlichen hat. Die Lampe ist nach IPX4 zertifiziert)

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Bedienung

Die Lampe verfügt über drei Leuchtmodi für weißes Licht, sowie rotes Dauer- und Blinklicht. Der Zugriff auf sämtliche Modi erfolgt über den oben angebrachten Taster. Per kurzem Einfachclick schaltet man die Lampe an, sowie mit jedem weiteren Click durch die drei Leuchtstufen Low – Mid – High. Wird der Taster drei Sekunden lang nicht betätigt, schaltet ein weiterer Einfachclick die Lampe wieder aus. Das Rotlicht wird über einen langen Tastendruck erreicht, unabhängig ob die Lampe zuvor an oder aus war. Die Lampe merkt sich ob zuletzt das Weißlicht oder das Rotlicht aktiv war. Ansonsten startet die Lampe immer in der niedrigsten Stufe.

Kurzer Click > Lampe an in Low > Click > Mid > Click > High

Langer Tastendruck > Dauerlicht Rot > Click > Blinklicht Rot

Beim Ein- und Ausschalten der Stirnlampe leuchtet die Energieanzeige jeweils vier Sekunden. Dabei gilt:

Rot: 0 – 33 %

Gelb: 33 – 66 %

Grün: 66 – 100 %

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Zum Transport und Schutz vor unbeabsichtigter Inbetriebnahme kann man die Lampe auf zweierlei Arten sperren. Entweder hält man den Taster für länger als vier Sekunden gedrückt oder man dreht die Lampe komplett nach innen. Die Entsperrung folgt auf dieselbe Weise.

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Beamshots

Whitewallshots

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Outdoor

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Messkurve / Laufzeit

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Alle Messungen wurden mit nicht geeichtem Hobbyequipment durchgeführt und sind daher nicht verbindlich. Im ersten Graphen habe ich die Petzl Bindi auf der höchsten Leuchtstufe getestet. Wie allein schon aus den Daten zu errechnen war, ist diese Stufe nicht durchgängig geregelt. Das heißt die Helligkeit bleibt nicht konstant, sondern sinkt innerhalb der ersten 15 Minuten auf etwa 60 Prozent der Anfangshelligkeit. Nach 2:21h schaltete die Lampe in den Reservemodus.

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Die mittlere Leuchtstufe ist jedoch gut geregelt und steht für über drei Stunden zur Verfügung. In meinem Test schaltete die Lampe nach 3:15h in den Reservemodus, welcher ein Restlicht von 3 Lumen für 1,5h bereit stellt. Die Lampe quittiert dies durch dreimaliges Blinken gefolgt von drei kurzen, roten Blitzen alle 30 Sekunden.

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Bilder

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Ein große Stärke der Petzl Bindi sind ihre kleinen Abmessungen.DSC06554

Sie verschwindet vollständig in der Hand.20180510_132336

 

Praxistest

Tragegefühl

Aufrgund des extrem geringen Gewichts von nur 35 Gramm ist die Bindi auch über einen langen Zeitraum sehr angenehm zu tragen. Auch wenn man das Stirnband nur locker einstellt, neigt die kleine Stirnlampe auch bei schnellem Laufen nicht zum Wippen. Noch einen Ticken angenehmer wäre der Tragekomfort wenn auf der Lampeninnenseite etwas Gummi aufgeklebt wäre.

Ausleuchtung

Der sehr breite Abstrahlwinkel zusammen mit der gleichmäßigen Ausleuchtung des Nahbereichs ist optimal für diverse Anwendungen. Es ist praktisch das ganze Gesichtsfeld ausgeleuchtet. Der sehr sanft und leicht zur Mitte hin zunehmende Spot sorgt für eine realistische Reichweite von etwa 25 Metern. Ich empfinde die Ausleuchtung als sehr angenehm für die Augen. Die Lichtfarbe geht ebenfalls voll in Ordnung.  Ein Cool White mit leicht wärmerem Farbton zur Mitte hin. Ich sehe die Petzl Bindi in erster Linie nicht als Lampe für den Laufsport. Für eine lockere Trainingseinheit auf Asphalt reicht die Lichtstärke zwar allemal. Für höhere Tempi oder Trailläufe bedarf es allerdings mehr Leistung. Für den Gelegenheitsläufer dürfte sie aber optimal sein, genauso wie für Arbeiten und Reparaturen im Nahbereich, Camping oder die Hunderunde.

Bedienung

Die Bedienung ist wie weiter oben schon angeschnitten denkbar einfach. Im praktischen Einsatz ist der Taster mit den bloßen Fingern leicht zu finden und zu bedienen. Wegen der erhabenen Bauform ist der Taster aber auch mit dicken Winterhandschuhen vergleichsweise leicht zu bedienen. Das habe ich bei vielen anderen Stirnlampen schon bedeutend schlechter gesehen.

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Fazit

Die kleine Petzl Stirnlampe weiß zu überzeugen. Das sehr geringe Gewicht und die kleinen Abmessungen sorgen dafür dass sie überall Platz findet. Sie ist robust und praxisgerecht durchdacht. Nicht zuletzt finde ich sie auch optisch gelungen. Durch das Weiß – und Rotlicht, sowie der USB Ladefunktion ist sie vielseitig einsetzbar und liefert ein extrem breit abstrahlendes Lichtbild, welches optimal für den Nahbereich ist. Die bis zu 200 Lumen reichen für die allermeisten Alltagssituationen vollkommen aus. Wirkliche Schwächen erlaubt sie sich meines Erachtens nach nicht.

Auch wenn meine Testberichte unabhängig sind und ich immer versuche mit einer möglichst hohen Objektivität zu testen, bin ich gesetzlich dazu verpflichtet diesen Artikel als Werbung zu kennzeichnen.