Xtar H3R Stirnlampe

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Die Firma Xtar ist am ehesten bekannt für ihre Ladegeräte. Weniger bekannt dürfte sein dass Xtar auch einige Taschen- und Stirnlampen im Portfolio hat. Und so darf ich heute die H3R Stirnlampe testen, welche bis zu 1000 Lumen Lichtleistung liefert und mit einer Magnetladefunktion ausgestattet ist, wie sie auch von einigen Mitbewerbern bekannt ist.

Die Lampe wurde mir kostenlos für diesen Test zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür.

 

 Technische Daten / Herstellerangaben

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Die Laufzeitangaben beziehen sich laut Hersteller auf einen Li-Ion Akku mit einer Kapazität von 3500mAh, welcher allerdings nicht mitgeliefert wird.

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 Lieferumfang

Zum Lieferumfang der Xtar H3R gehört neben der Lampe selbst, ein Stirnband mit Gummihalterung, ein Clip um die Lampe beispielsweise am Gürtel befestigen zu können, das Magnetladekabel, ein Ersatz O-Ring, sowie eine Helmhalterung. Diese ist nicht für Fahrradhelme gedacht, sondern für Bauhelme und dergleichen. Eine Bedienungsanleitung in englischer Sprache rundet den Lieferumfang ab. Ich habe diese Lampe direkt vom chinesischen Hersteller bekommen, womöglich bekommt man eine deutsche Bedienungsanleitung, wenn man die Lampe beim deutschen Importeur bezieht.

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Aufbau / Verarbeitung

Die aus Aluminium gefertigte Xtar H3R folgt dem Beispiel klassischer Winkelkopflampen. Am oberen Ende des Lampenkopfes findet sich der magnetische Ladekontakt, angefräste Kühlrippen helfen die entstehende Wärme besser abzuleiten. Die Cree XP-L V6 LED sitzt ordentlich zentriert in einem strukturierten (Orange Peel) Reflektor. Der seitlich eingelassene, gummierte Taster ragt kaum über die Gehäuseoberfläche hinaus, was unbeabsichtigte Bedienung wirkungsvoll verhindert. Der Taster gibt gutes akustisches und haptisches Feedback auf die Schaltvorgänge. Im Lampeninneren bekommt der Akku auf beiden Seiten über Federn Kontakt, somit funktionieren sowohl Akkus mit Erhöhung am Pluspol als auch ohne diese. Das Akkurohr bietet genug Platz im Durchmesser, so dass auch dicke Exemplare von 18650er Li-Ion Akkus passen. Die Verarbeitung der Xtar H3R ist prinzipiell auf einem recht hohen Niveau, jedoch haben Bearbeitungsrückstände im Gewinde der Tailcap zu einem Knirschen beim Auf- und Zudrehen desselben geführt. Nach eingehender Reinigung und erneutem Auftragen von etwas Gewindefett ließ sich das Problem jedoch bessern. Vielleicht sollte die Qualitätssicherung da etwas genauer hinschauen, handelt es sich hier doch keineswegs um eine Low Budget Lampe. Ebenso ist mir aufgefallen dass die Anodisierung bereits bei der ersten Benutzung des Helmclips Abnutzungserscheinungen davon trägt.

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Das Kopfband ist in einer Art Schneetarnmuster gefertigt und bietet weitreichende Verstellmöglichkeiten. Auch größte Köpfe dürften hiermit genug Platz haben. Aufgrund des weichen Materials des Kopfbands und der Gummihalterung ist der Sitz der Lampe sogar ausgesprochen gut für eine Stirnlampe im 1x18650er Format. Das habe ich auch schon wesentlich unbequemer gesehen. Die Lampe sitzt in den dafür vorgesehenen Rillen ziemlich stramm, was ich einerseits begrüße weil die Lampe sich somit nicht selbst im Neigungswinkel verstellen kann. Andererseits ist es recht mühsam die Lampe ein- und auszufädeln. Wer die Lampe also sowohl als Stirn- als auch als Taschenlampe nutzen möchte, braucht hier schon etwas Geduld. Ich kann nur jedem Hersteller von Winkelkopflampen raten sich mal die neuen Halterungen einiger Mitbewerber anzuschauen, in denen die Lampen mühelos eingeclipst werden und dennoch stramm im Neigunswinkel sind. Das ist eine wesentliche Besserung der sich meiner Meinung nach kein Hersteller verweigern sollte.

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Das Ladekabel ist mit einem recht kräftigen Magneten ausgestattet, was es sicher an Ort und Stelle hält. Den Ladevorgang zeigt das Kabel selbst mit einer grünen LED an, rotes Licht gibt Aufschluss über Beendigung desselben. Die Lampe wird Anfangs mit bis zu 1A geladen, die Ladeschlussspannung liegt bei 4,18V.

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Abschließend wird ein Halter mitgeliefert, mit dem die Xtar H3 an einem Helm befestigt werden kann. Der Halter wird mit dem beiligenden Inbusschlüssel an den Helm geschraubt, die Lampe wird dann einfach eingeclipst. Der Clip packt sehr kräftig zu, verlieren wird man die Lampe so nicht. Allerdings werden Abnutzungen an der Anodisierung der Lampe umvermeidlich sein.

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Bedienung

Sämtliche Funktionen der H3R werden über einen einzigen Taster abgerufen. Die Lampe wird mit je einem kurzen Click ein- und ausgeschaltet. Ist die Lampe an, hält man den Taster gedrückt um durch die unteren vier Modi zu schalten. Lässt man bei der gewünschten Helligkeitsstufe los, wird diese gespeichert. Der Turbomodus ist jedoch nur per Doppelclick erreichbar, dies allerdings aus jeder Schaltstufe heraus. Ein weiterer Doppelclick schaltet wieder in die vorherige Leuchtstufe zurück. Hält man den Taster in ausgeschaltenem Zustand gedrückt, schaltet sich die Lampe in der niedrigsten Leuchtstufe ein. Hält man den Taster noch länger gedrückt, erlischt der Moonlight Mode und die Lampe ist gegen unbeabsichtigte Betätigung gesperrt. Die Lampe verfügt über Mode Memory, merkt sich also die zuletzt verwendete Leuchtstufe. Der SOS Modus wird in eingeschaltenem Zustand per Dreifachclick erreicht. Allerdings hat sich hier ein Fehler eingeschlichen. Die Lampe gibt kein reguläres SOS Signal aus (S-O-S, S-O-S, S-O-S…), sondern einfach nur S-O-S-O-S-O-S-O…

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Beamshots

Die Lampe kommt erfreulicherweise in allen Modi ohne Pulsweitenmodulation aus, leuchtet also flimmerfrei.

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Der Spot, die Korona drum herum sowie der Spill haben jeweils eine andere Farbgebung. Das fällt draußen aber nicht weiter auf. Hier ist gut der schmale Lichtkegel zu sehen.  Das ist nicht für jeden Verwendungszweck optimal. Dazu weiter unten mehr.

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Outdoor

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Messkurve / Laufzeit

Alle Messungen wurden mit nicht geeichtem Hobbyequipment durchgeführt und sind daher nicht verbindlich. Ich habe zwei Graphen erstellt um die Temperatursteuerung zu testen. Im ersten Durchgang lief die Lampe ungekühlt. Im zweiten Durchgang war die Lampe in einem Wasserglas stehend gekühlt. In beiden Fällen regelt die H3R nach einiger Zeit auf etwa 60%  der Anfangshelligkeit zurück und verbleibt dort dann konstant. Allzu groß fällt der Unterschied aber nicht aus. Im zweiten Durchgang legte die Lampe zunächst sogar noch etwas an Helligkeit zu, um dann herunter zu regeln. Die Helligkeit ist in Lux auf 1 Meter angegeben.

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Bilder

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Wasserdicht ist die Lampe mit IPX7 auch. 20180527_230303

 

Praxistest

Tragegefühl

Das Tragegefühl ist aufgrund des qualitativ recht ordentlichen Stirnbands durchweg gut. Beim Laufen ist kein übermäßiges Wippen feststellbar und auch nach längerer Tragedauer fühlt es sich nicht zu schwer an. Auch unter dem Fahrradhelm trägt sie sich ordentlich und lässt sich aufgrund der Schalterposition auch hier gut bedienen.

Ausleuchtung

Allerdings, um es vorweg zu nehmen, sehe ich die Xtar H3R nicht als Lauflampe. Mit maximal 1000 Lumen ist sie zwar durchaus kräftig genug um auch technische Trails zu meistern, allerdings ist mir der Lichtkegel, genauer das Streulicht (Spill), zu klein. Beim Laufen, speziell auf Trails benötigt man ein breiter fächerndes Licht um sowohl die Bodenbeschaffenheit als auch Zweige in Kopfhöhe problemlos erkennen zu können. Hier ist das nicht der Fall, man muss sich entscheiden ob der Boden vor den Füßen oder die Weitsicht ausgeleuchtet werden soll. Allerdings macht sie fernab öffentlicher Straßen auf dem Mountainbike in Ergänzung einer flutigen Lenkerlampe als Fernlicht eine gute Figur, denn auch wenn in den meisten Anwendungsfällen einer Stirnlampe eine eher flutige Ausleuchtung benötigt wird, spielt sie bei schnellen Fahrten ihre Reichweite und schmalen Lichtkegel als Vorteil aus. Letztendlich sind sportliche Anwendungen nur eine Sparte und manch einer wird es mögen, wenn eine Stirnlampe diese Art der Ausleuchtung hat.

Bedienung

Die Bedienung ist im praktischen Einsatz so einfach wie weiter oben beschrieben. Mit den bloßen Fingern lässt sich der Taster ohne Weiteres sofort finden. Der Druckpunkt gibt ein angenehmes Fedback. Aufgrund der Postition des Tasters lässt er sich aber auch mit dicken Winterhandschuhen sofort finden. Das ist keine Selbstverständlichkeit, aber ich bin froh dass Xtar erkannt hat dass der Taster an dieser Position ergonomisch sinnvoller mit zwei Fingern zu bedienen ist, als wenn er am Lampenende angebracht wäre. Leider ignorieren viele Hersteller diese Tatsache noch.

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Fazit

Die Xtar H3R richtig zu bewerten ist nicht ganz einfach. Grundsätzlich bietet sie eine gute Verarbeitung, auch wenn die Anodisierung gerne etwas widerstandsfähiger sein dürfte. Auch das User Interface, also die Bedienung, weiß zu gefallen. Für viele Anwendungsbereiche dürfte der Lichtkegel jedoch etwas zu schmal ausfallen. Für schnelle Abfahrten mit dem Mountainbike ist aber genau das in Verbindung mit einer flutig ausgelegten Lampe am Lenker eine gute Kombi. Wer sein Anforderungsprofil kennt und genau das sucht, findet mit der H3R eine vernüftige Alternative.

Auch wenn meine Testberichte unabhängig sind und ich immer versuche mit einer möglichst hohen Objektivität zu testen, bin ich gesetzlich dazu verpflichtet diesen Artikel als Werbung zu kennzeichnen.