Olight H1R Nova Stirnlampe

Review Olight H1R Nova StirnlampeOlight H1R 01

Heute möchte ich euch die Olight H1R Nova Stirnlampe vorstellen. Hierbei handelt es sich um die kleine Schwester der H2R, die ich hier bereits getestet habe. Die äußeren Abmaße sollten nicht darüber hinweg täuschen dass es die kleine Stirnlampe faustdick hinter den Ohren hat. Gerade mal daumengroß kommt sie daher, leistet dennoch kurzzeitig bis zu 600 Lumen und bietet eine integrierte Lademöglichkeit mitsamt Akku. Wie auch schon die H2R ist die H1R in zwei unterschiedlichen Lichtfarben erhältlich. Zum besseren Vergleich habe ich beide Versionen kostenlos für diesen Test zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank an Olight hierfür. Aufgrund großer Gemeinsamkeiten der H1R und der H2R habe ich vereinzelt Textfragmente aus meinem Review der H2R hier übernommen.

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Technische Daten / Herstellerangaben

Leuchtweite: (m) 72
Max. Lumen: 600
Ladetyp: Magnetisches USB Ladekabel
Stromversorgung: 16340 LiIon Akku
Lichtintensität: (Candela) 1280
Lichtform: Breiter Hotspot, perfekt geeignet für Nahbeleuchtung
Linsen-/ Reflektortyp: TIR Linse mit Glasperlenstruktur

Wasserdicht: IPX8
Gewicht: (g) 51.5
Länge: (mm) 61.5
Kopfdurchmesser: (mm) 21
Körperdurchmesser: (mm) 19.5
LED: Cree XM-L2

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Lieferumfang

Olight H1R NOVA, Kopfband mit Silikonhalter, Clip, Tragetasche, Bedienungsanleitung, Magnetisches Ladekabel, 650mAh Lithium Ionen Akku.

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Aufbau / Verarbeitung

Ganz oben am Lampenkopf sitzt der flach verbaute, gummierte Taster eingefasst in einem blauen Metallring. Die Cree XM-L2 LED sitzt hinter einer TIR Linse (Total Internal Reflection) mit Wabenstruktur, welche das Licht breit und homogen streut. Auch die TIR Linse ist mit dem Olight typischen blauen Ring eingefasst. Auf der Rückseite des Lampenkopfes sind angedeutete Kühlrippen angefräst. Die komplett aus Aluminium gefertigte Lampe ist nach Typ HAIII hartanodisiert und verfügt an der Tailcap über eine Rändelung welche besseren Grip verleiht. Die Tailcap hat zudem einen recht kräftigen Magneten verbaut, welcher nicht entnehmbar ist. Auch die Ladekontakte sind hier zu finden. Weiter als in zwei Teile lässt sich die Lampe nicht zerlegen. Der Clip packt ordentlich fest zu und ist abnehmbar. Alle Arbeiten wurden sauber ausgeführt, die Schriften sind ordentlich gelasert. Die Lampe wirkt sehr hochwertig und robust.

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Der Clip ist abnehmbar. Olight H1R 21

Das Kopfband

Das schlicht gehaltene Stirnband kommt komplett schwarz daher. Reflektierende Details sind nicht aufgedruckt, lediglich der blaue Olight Schriftzug ziert das Stirnband. Die Lampe kann relativ einfach in die Silikonhalterung ein- und ausgefädelt werden. Das hat jedoch zur Folge dass die Lampe in der Halterung sehr leichtgängig ist. Nicht so sehr dass sich beim Laufen der Neigungswinkel selbstständig verstellen würde, für meinen Geschmack dennoch etwas zu leichtgängig. Ich habe mir daher einen schmalen Streifen schwarzen Isolierbands um die entsprechenden Rillen der Lampe geklebt um die Gängigkeit minimal zu erschweren.

Akku und Ladekabel

Der Akku in der typischen 16340er Bauform mit 650mAh Kapazität hat um die Ladefunktion zu ermöglichen auf der Oberseite sowohl den Plus- als auch den Minuskontakt. Auf der Unterseite ist der Minuskontakt nochmals zu finden. Daher darf der Akku nicht in einem normalen LiIon Ladegerät geladen werden, sondern ausschließlich in der Lampe. Der Ladestrom beträgt abhängig vom Ladestand des Akkus bis zu 0,75A. Die Ladeschlussspannung liegt mit 4,24V zwar innerhalb der Spezifikationen von 4,2V + max 0,05V , etwas weniger dürfte dem Akku aber eine längere Lebensdauer bescheren.

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Das Ladekabel hält ebenfalls durch einen Magneten an der Lampe und ist der flexiblen Sorte zuzurechnen. Über den Ladevorgang gibt eine rote LED Auskunft. Selbige wird nach Beendigung des Ladevorgangs grün. Im Übrigen passiert auch nichts wenn der Magnetladestecker mit anderen Metallteilen oder einem zweiten Ladestecker in Berührung kommt. Sie haften zusammen, ein Kurzschluss ist jedoch nicht möglich. Die Nutzung der Lampe ist auch während des Ladevorgangs vollumfänglich möglich. So könnte man beispielsweise eine kleine Powerbank auf der Rückseite des Kopfbands anbringen und so die Leuchtdauer signifikant erhöhen.

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Bedienung

Das User Interface, kurz UI, also die Bedienung der Lampe ist vergleichsweise simpel, stellt aber alle nötigen Funktionen zur Verfügung: Ingesamt stehen fünf Leuchstufen sowie SOS zur Verfügung.

-Firefly, Low, Mid, High, Turbo-

Mit einem kurzen Click gelangt man in den zuletzt gewählten Modus, es sei denn zuletzt war Turbo angewählt und länger als zehn Minuten nicht aktiv. In diesem Fall ist automatisch Mid aktiviert. Die drei Midstufen lassen sich durch Gedrückthalten des Tasters in angeschaltenem Zustand durchschalten und anwählen. Per Doppelclick gelangt man in den Turbomodus, unabhängig davon ob die Lampe an oder aus war. Ist die Lampe aus, lässt sich per Gedrückthalten des Tasters der Firefly Modus aktivieren. Ist die Lampe an, lässt sich per Doppelclick zwischen Turbo und der zuletzt angewählten Leuchstufe hin und her wechseln. Per Dreifachclick erreicht man die SOS Funktion. Durch mehrsekündiges Gedrückthalten in ausgeschaltenem Zustand wird die Lampe gegen unbeabsichtigtes Anschalten gesichert.

Der flach verbaute Taster ist auf diese Weise geschützt vor versehentlichem Einschalten.

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Beamshots

Die H1R liefert dank ihrer TIR Linse ein gleichmäßiges Flutlicht, geradezu optimal für den Laufsport oder Arbeiten im Nahbereich.. Erhältlich ist die Lampe sowohl in Cool White als auch in Neutral White. Ich habe hier beide Varianten zum Vergleich heran gezogen, was besonders weiter unten bei den Outdoor Beamshots interessant ist.

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Hier ist gut der breite und gleichmäßige Abstrahlwinkel zu sehen. Olight H1R 18

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Vergleich Cool White und Neutral White. Mit NW werden die Farben etwas wärmer und natürlicher wiedergegeben, CW wirkt um Nuancen heller.

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Messkurve / Laufzeit

Alle Messungen wurden mit nicht geeichtem Hobbyequipment durchgeführt und sind daher nicht verbindlich. In der höchsten Stufe regelt die Lampe wie vom Hersteller angegeben nach etwa drei Minuten auf etwas weniger als  30 Prozent der Anfangshelligkeit runter (1215 Lux auf 401 Lux), was sich wiederrum recht gut mit den Herstellerangaben deckt (600 Lumen auf 180 Lumen). Dies ist nötig um eine Überhitzung der kleinen Stirnlampe zu vermeiden. Die hellste Midstufe sowie alle anderen Stufen sind jedoch durchgängig geregelt. Alle Herstellerangaben kann ich somit bestätigen. Abgesehen von der niedrigsten, Moon genannten Leuchtstufe, kommen alle Leuchtstufen ohne PWM (Pulsweitenmodulation) aus, leuchten also flimmerfrei. Im Moon Modus konnte ich messtechnisch zwar PWM nachweisen, jedoch liegt die Frequenz so hoch dass  mir das mit dem bloßen Auge nicht auffällt. Am Testende nach knapp 110 Minuten hatte der Akku eine Spannung von 3,0V. Hier schaltete die Lampe ab.

Olight H1R Laufzeitdiagramm Turbo

Olight H1R Laufzeitdiagramm High

 

Bilder

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Durch den Magneten in der Tailcap ist die Lampe beispielsweise bei einer Panne eine große Hilfe um die Hände frei zu haben.

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Auch als mobile Beleuchtung beim Campen ist dieses Feature sehr praktisch.

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Die Lampe ist gerade mal so groß wie ein handelsüblicher Daumen. Olight H1R 28

Durch den Buchstaben am Anfang der Seriennummer ist ersichtlich um welche Lichtfarbe es sich handelt. N steht dabei für Neutral White, C für Cool White.

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Praxistest

Ich habe die Olight H1R nun schon eine ganze Weile in Benutzung und war nicht zimperlich mit ihr. Diverse zum Teil unfreiwillige Sturztests hat sie abgesehen von kleineren Blessuren der Anodisierung klaglos überstanden. Ein sehr guter Freund und Blogger (falls ihr mögt könnt ihr seinen Outdoorblog hier unter itakeyourtime besuchen) hatte 2 Exemplare der H1R im Januar auf einer 10-tägigen Zelttour durch den norwegischen Winter bei bis zu minus 24 Grad im Einsatz. Weil ich für sowas zu verfroren bin, habe ich die Lampe über Nacht tiefgefroren. Die Wasserdichtigkeit hat die Lampe somit auch gleich nachgewiesen. Äußeren Einflüssen steht die H1R also ziemlich unbeeindruckt gegenüber.

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Tragegefühl

Wenn ich mir meine recht umfangreiche Sammlung an Stirnlampen anschaue und mich durchprobiere, muss ich sagen dass es die Olight H1R vom Tragegefühl locker unter meine Top 3 schafft. Das geringe Gewicht sorgt zusammen mit der weichen Silikonhalterung auch bei längerer Nutzung für einen angenehmen Tragekomfort. Beim Laufen wippt sie trotz fehlendem Überkopfband nicht und sofern man das Kopfband sinnvoll einstellt, sind auch Druckstellen auf der Stirn kein Thema. Durch die eng anliegende und wenig ausladende Bauart ist die Lampe optimal austariert.

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Ausleuchtung

Die Ausleuchtung ist bedingt durch die mit einer Wabenstruktur versehenen TIR Linse sehr flutig und gleichmäßig mit nur leichter Kräftigung zur Mitte hin, optimal also für alles was im Nah- und Mittelberich anfällt. Camping, die Hunderunde oder Reparaturen am Auto, all das meistert die H1R souverän. Auch für Laufeinheiten auf Asphalt oder leichten Waldwegen sehe ich sie als geeignet an. Lediglich für das Traillaufen auf stark verwurzeltem oder steinigem Boden oder Fahrradfahren fehlen ihr die notwendigen Leistungsreserven.

Bedienung

Das UI ist relativ simpel, dennoch stehen alle wichtigen Funktionen zur Verfügung: Start auf Low sowie Turbo und den Modus der zuletzt aktiv war (Turbo ausgenommen). Genau diese Einfachheit macht die H1R eben so praktisch.
Ich bin bei Winkelstirnlampen eigentlich kein Freund davon, wenn der Taster ganz oben angebracht ist. Das macht die Bedienung wenn sie auf dem Kopf getragen wird, schwieriger als wenn der Taster seitlich sitzt. Aufgrund der geringen Größe der H1R ist aber das Übergreifen auch während des Laufens kein Problem. Die Position des Tasters hat aber den Vorteil dass auch eine Bedienung mit Handschuhen problemlos gelingt. Keine Selbstverständlichkeit. Die Haptik und Funktionalität der Olight gefällt mir.

 

Besonderheiten

Wie ich am Anfang meines Reviews bereits geschrieben habe, ist die H1R die kleine und leistungsmäßig abgespeckte Version der H2R. Darüberhinaus gibt es noch die H1 (ohne R) die bis auf die Ladefunktion und nochmals leicht verringerter Leistung (500 Lumen) mit der H1R identisch ist.

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Fazit

Eine gleichmäßige Ausleuchtung und für die meisten Anwendungen völlig ausreichende Leistung, gepaart mit der von Olight gewohnt sehr guten Verarbeitung, Robustheit und ein sehr angenehmer Tragekomfort zusammen mit dem schicken Design und der Ladefunktion: all diese Attribute kann die Olight H1R Nova vereinen. Ich muss zugeben, die kleine Stirnlampe gefällt mir außerordentlich gut. Doch während ich diese Zeilen tippe, suche ich angestrengt nach ein paar Negativpunkten. Denn ohne diese liest sich ein Review immer irgendwie gekauft. Aber für mich persönlich macht die H1R so ziemlich alles richtig. Nein, gekauft ist meine Meinung sicher nicht, ich finde sie wirklich gelungen. Wer meine Testberichte aufmerksam verfolgt, weiß dass ich auch nicht davor zurück schrecke Kritik zu üben, sofern sie sachlich und angebracht ist. Ok, dem Akku würde eine etwas niedrigere Ladeschlussspannung sicher gut tun und seine Lebensdauer erhöhen. In Anbetracht des niedrigen Preises aber verschmerzbar wie ich finde.

Auch wenn meine Testberichte unabhängig sind und ich immer versuche mit einer möglichst hohen Objektivität zu testen, bin ich gesetzlich dazu verpflichtet diesen Artikel als Werbung zu kennzeichnen.