Lupine Alpha Fahrradlampe

Review / Testbericht Lupine Alpha

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Kennt ihr das Gefühl wenn Weihnachten, Ostern  und der eigene Geburtstag zusammenfallen? So ungefähr fühle ich mich als ich das erste Mal den Karton der Lupine Alpha öffne. Mit kompromisslosen 7200 Lumen stellt sie das neue Flaggschiff von Lupine dar. Ich hatte sie bereits auf der Outdoormesse IWA 2018 im März begutachten können. Nun habe ich sie leihweise für diesen Test zur Verfügung gestellt bekommen. Mein besonderer Dank hierfür geht an Lupine sowie an Johannes vom http://www.taschenlampen-forum.de

Aber nun wische ich erst einmal alle Vorfreude beiseite, denn ihre Lorbeeren muss sich auch die Alpha erstmal verdienen.

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Technische Daten / Herstellerangaben

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Lieferumfang

  • Lampenkopf Alpha
  • Bluetooth Funk
  • Peppi V5
  • 6.9 Ah SmartCore Akku
  • Schnellspanner
  • Ladegerät Charger One Alpha
  • Klettband kurz
  • Klettband lang
  • Anleitung

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Aufbau / Verarbeitung

Das Aluminiumgehäuse beherbergt die ingesamt 16 LED´s, wovon allein acht lediglich für das Tagfahrlicht zuständig sind. Die restlichen acht LED´s für das Hauptlicht sitzen hinter vier großen und zwei kleinen TIR Linsen (Total Internal Reflection). Ingesamt finden sich in der Lupine Alpha 8 x XM-L2 für das Hauptlicht sowie  8 x XQE HI für das Tagfahrlicht. Die unterschiedlichen Größen der Linsen hat eine außergewöhnlich breite Ausleuchtung bei dennoch großer Reichweite zur Folge. Darauf werde ich später näher eingehen. Die Kühlrippen helfen die enorme Hitze abzuführen. Der Hauptschalter ist auf der Unterseite der Lampe angebracht. Die LED Leiste auf der dem Fahrer zugewandten Seite gibt Aufschluss über den Leuchtmodus in dem sich die Lampe befindet. Das ist schon sehr schick gemacht. Die Lampe stellt übrigens zwei Gewinde an unterschiedlichen Positionen zur Verfügung, womit sichergestellt ist, dass die Lampe bei den meisten Lenkerformen exakt mittig ausgerichtet werden kann. Die sehr widerstandsfähige und matte Beschichtung sieht nicht nur sehr edel aus, sondern hat auch eine angenehme Haptik zur Folge. Auch wenn der Lampenkopf der größte im Lupine Sortiment ist, reiht er sich optisch nahtlos in das Portfolio ein.

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Auch der Akku gibt keinen Anlass zur Kritik, die Smartcore Anzeige zeigt die Restkapazität an, das matt anmutende Gehäuse ist nicht für den Endnutzer zu öffnen. Auch das weitere Zubehör gibt sich keine Blöße.

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Alle Arbeiten wurden sauberst ausgeführt, sämtliche Aufdrucke sind scharf. Die Lampe und sämtliches Zubehör wirkt extrem hochwertig und robust. So wie ich das von allen Lupine Produkten bislang auch gewohnt war, habe ich nichts anderes als die bestmögliche Fertigung erwartet.

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Auch an Details wie diesen sieht man wie durchdacht die Lupine Alpha ist. Die Innenseiten der Befestigungsbänder für den Akku sind gummiert, um besseren Halt am Rahmen zu gewährleisten. Auch vermeintliche Nebensächlichkeiten wie die Halteriemen weisen dieselbe hohe Fertigungsqualität auf wie das Lampenset selbst.DSC06851

 

Bedienung

Die Bedienung ist durch die Programmiermöglichkeit zwar sehr umfangreich möglich, zeigt sich aber sowohl über die App, als auch über die Bluetooth Fernbedienung intuitiv und simpel. In der App lassen sich eigene Profile erstellen, welche die Anzahl der Leuchtmodi, deren stufenlos mögliche Einstellung, sowie zahlreiche weitere Informationen beinhalten. Das reicht von der Helligkeit des rückseitigen LED Panels, abschaltbaren Warntönen bis hin zum einstellbaren Akkuschutz. Die Verbindung über Bluetooth gelingt relativ zügig, wobei es auch vorkam dass die App abstürtzte (Android  Version 8.0.0, Galaxy S8). Das kam zwar selten vor, die App lies sich dennoch gleich wieder starten. Nachdem das programmierte Leuchtprofil ausgewählt ist, lassen sich die Modi über die Bluetoothfernbedienung hoch und runterschalten. Die Lampe funktioniert natürlich auch alleinstehend ohne die App.

 

Beamshots / Ausleuchtung

Erhältlich ist die Lampe in zwei Farbtemperaturen (Cool White, Neutral White). Die mir zum Test vorliegende Version hat die wärmere Farbtemperatur mit 4900 Kelvin. Dies macht sich meiner Meinung nach in einer natürlicheren und angenehmeren Farbwiedergabe gerade im Wald bemerkbar, was aber weitestgehend Geschmacksache ist. Die kühlere Variante weißt eine Farbtemperatur von 6500 Kelvin auf.

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Hier ist gut der extrem breite Abstrahlwinkel zu sehen. Das Licht beginnt bereits auf dem Vorderrad. 20180919_231417

 

Messkurve / Laufzeit

Eine Laufzeitkurve macht meiner Meinung nach in diesem speziellen Fall nicht so richtig viel Sinn. Die maximale Leistung von 7200 Lumen kann die Lampe ohne Fahrtwind natürlich nicht lange halten. Die Temperaturrregelung schützt durch ihr Eingreifen alle Komponenten vor thermischem Stress und Defekten wegen Überhitzung. Bei Fahrtwind reagiert die Regelung sensibel, aber im positiven Sinne unauffällig.  Extreme Sprünge in der Helligkeit sind nicht zu vernehmen. Die höchstmögliche Helligkeit ist dadurch natürlich stark von der äußeren Temperatur, Geschwindigkeit und Fahrtwind abhängig. Auch wenn die nachfolgenden Graphen somit keine Aussage über die Laufzeit ergeben, möchte ich dennoch nicht auf sie verzichten, allein um die Temperatursteuerung zu demonstrieren. Alle Messungen wurden mit nicht geeichtem Hobbyequipment durchgeführt und sind daher nicht verbindlich.

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Bilder

Hier ein paar Eindrücke zur Lupine Alpha.

Das Rückseitige LED Panel gibt Auskunft über den aktivierten Modus. Von links nach rechts: Tagfahrlicht, mittlere Stufen (unter 10 Watt), hohe Stufen (bis 70 Watt).

 

Praxistest

So gerne ich die Lupine Alpha auch betrachte und mich mit den technischen Details beschäftige, möchte ich nun endlich raus und bin gespannt was mich erwartet. Vorab möchte ich Folgendes anmerken: Die Nutzung im Geltungsbereich der StVZO ist nicht erlaubt. Die Blendung anderer Verkehrsteilnehmer wäre erheblich. Leider ist mein Mountainbike momentan zerlegt und nicht einsatzfähig, weswegen ich auf mein Cyclocross Rennrad zurückgreifen muss. Das ist zwar nicht optimal weil ich die Nutzung auf Trails somit nicht bildlich festhalten kann, ich hoffe dass man aufgrund der Beamshots dennoch einen guten Eindruck der Leistung und Ausleuchtung der Lampe bekommt. (Nachträgliche Anmerkung: Ich konnte die Lampe mit einem geliehenen MTB noch auf Trails testen, Bilder waren mir zu dem Zeitpunkt leider nicht mehr möglich). Die Ausleuchtung ist, wie ich es weiter oben bereits angesprochen habe, außergewöhnlich breit. In den Weg hineinragende Äste sind so leicht erkennbar. Das Licht beginnt quasi schon direkt auf dem Vorderreifen, was ein sicheres Gefühl beim Fahren auf verwurzeltem Untergrund beschert. Die Reichweite auf der höchsten Stufe schätze ich auf real nutzbare 120 Meter aufwärts. Die Halterung hält die Lampe auch in ruppigem Gelände ordentlich in Position.

Die Bedienung über die Ferbedienung geschieht ohne zeitliche Verzögerung und zuverlässig, jedoch sehe ich hier einen kleinen Kritikpunkt. Ist das Ertasten der zwei kleinen Schaltflächen mit bloßen Händen noch leicht möglich, hatte ich mit dicken Handschuhen Schwierigkeiten die richtige Taste zu treffen. Ich würde mir eine größere Erhebung der zwei Tasten in Verbindung mit einer stärker strukturierten Oberfläche wünschen. Sicherlich wird das mit etwas Übung aber auch so gelingen.

Sämtliche Halterungen an Akku und Lampe halten alles zuverlässig und ohne Wackeln an Ort und Stelle. Hinsichtlich der Robustheit habe Ich keine Bedenken dass die Lupine Alpha den harten Einsatz auf Trails übel nehmen würde.

 

Fazit

Die edel und gleichzeitig robust anmutende Erscheinung der Lupine Alpha, zusammen mit der Bluetoothfernbedienung sowie der bis ins Detail programmierbaren App machen die Lampe zu einem enorm starken Komplettpaket. Ich verwende nicht gerne Superlative in meinen Reviews, aber hier kommt man nicht umhin. Die brachiale Lichtleistung und praxisgerechte Ausleuchtung und Durchdachtheit zeigen mir, dass bei der Entwicklung der Alpha Menschen mit viel Erfahrung mitgewirkt haben. Wen der selbstbewusste Preis nicht abschreckt, bekommt eine Lampe die außergewöhlich in allen Bereichen ist. Lediglich das mit Handschuhen erschwerte Ertasten der Fernbedienung stellt in meinen Augen einen kleine Verbesserungsmöglichkeit dar.

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Auch wenn meine Testberichte unabhängig sind und ich immer versuche mit einer möglichst hohen Objektivität zu testen, bin ich gesetzlich dazu verpflichtet diesen Artikel als Werbung zu kennzeichnen. Die Lupine SL A habe ich übrigens hier getestet.