Armytek Wizard Pro V3 Stirnlampe

Test / Review / Testbericht Armytek Wizard Pro V3

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Der kanadische Hersteller Armytek ist bekannt für robuste Taschen- und Stirnlampen. Die Wizard Pro V3 aus gleichem Hause ist eine klassiche Winkelkopflampe, die sich in der Trailrunningszene großer Beliebtheit erfreut. Warum das so ist und was sie auszeichnet, habe ich hier getestet. Ich habe die Lampe kostenlos für diesen Test von Armytek zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank hierfür.

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Technische Daten / Herstellerangaben

Es sind verschiedene Versionen der Armytek Wizard erhältlich, die sich vorrangig in der Leistung, Anzahl der Leuchtstufen und Bedienung unterscheiden. Ich habe das stärkste Modell zum Test erhalten, welche mit der genauen Bezeichnung Armytek Wizard Pro V3 mit XHP50 LED aufwartet. Es gibt auch eine abgespeckte Version, die sich nur Armytek Wizard V3 nennt. Alle Angaben in diesem Review beziehen sich auf mein Modell, es sei denn ich gehe explizitauf die Unterschiede ein. Da ich mit sämtlichen Versionen gut vertraut bin, möchte ich an geeigneter Stelle kleinere Vergleiche anstellen.

  • Cree XHP50 LED
  • Lichtfarbe: kaltweiß/warmweiß
  • Leuchtmodi (Angabe in OTF Lumen):
    – 2 x Maximalmodus

    • Turbo 1: 900 lm
    • Turbo 2: 1.800 lm

    – 3 x mittlere Helligkeitsstufen (390 lm, 165 lm, 30 lm)
    – 3 x Firefly (5,5 lm, 1,5 lm, 0,15 lm)
    – 3 x Strobe (10 Hz mit 1.800 lm, 1 Hz mit 1.800 lm, 1 Hz mit 165 lm)

  • Energieversorgung:
    – 1x 18650 Li-Ion Akkumulator mit 3200 mAh (3,7V) (im Lieferumfang enthalten)

    HINWEIS: Bei Verwendung eine Fremdakkus sollte dieser mindestens 7 A Ausgangsstromstärke ermöglichen (Bei der Pro V3).

    Erhältlich ist die Wizard in beiden Versionen jeweils mit zwei möglichen Lichtfarben.

  • Warmweiß (neutral white/warm light) 4000k
  • natürliche Farbwahrnehmung
  • bessere Sicht bei Nebel und Nieselregen
  • Lichtleistung und Reichweite 7% geringer
  • Kaltweiß (white light) 5500k
  • maximale Lichtleistung
  • leicht höhere Reichweite

Anmerkung: ich habe mir zu Vergleichszwecken noch ein älteres Modell der V3 Pro mit warm weißer Lichtfarbe gekauft. Dieses ist unter Anderem an den fehlenden Kühlrippen zu erkennen. Technisch sind beide Versionen jedoch identisch. Link Cool White, rechts Warm White (Neutral White).

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Lieferumfang

Im Lieferumfang befinden sich die Armytek Wizard PRO XHP50 Stirnlampe mit USB Magnetladekabel und Edelstahlclip, Kopfband mit Halter, 2x Ersatz-Dichtringen, sowie einem 18650 Li-Ion Akku mit 3200 mAh Kapazität (3,7V).

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Aufbau / Verarbeitung

Die komplett aus Aluminium gefertigte Lampe verfügt über eine matte und recht griffige Anodisierung. Hinter der mit einem Edelstahlring eingefassten TIR Linse (Total Internal Reflection) mit Wabenstruktur sitzt die XHP50 LED. Der seitlich angebrachte Taster ist in dieser Position sehr ergonomisch platziert, da die Bedienung (als Stirnlampe getragen) leichter von Statten geht als wenn der Taster wie bei den meisten Winkellampen oben angebracht ist. Der Clip ist abnehmbar, hinterlässt auf dem matten Finish aber starke Spuren. In der Tailcap ist ein recht kräftiger Magnet verbaut, welcher nicht entnehmbar ist. Das ist eine Besonderheit die ich an vielen Winkelstirnlampen schätzen gelernt habe, macht es die Lampe so doch noch universeller einsetzbar, zum Beispiel bei einer Autopanne. Doppelte O-Ringe bewirken dass die Lampe bis 10 Meter wasserdicht ist. Zusätzlich gibt der Hersteller eine Sturzfestigkeit von 10 Metern an. Die Verarbeitung ist durchweg hochwertig, alle Aufdrucke sind sauber ausgeführt. An der mechanischen Robustheit habe ich keine Zweifel.

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Der mitgelieferte LiIon Akku im 18650er Format hatte im Auslieferungszustand 3,58 Volt, was zum Lagern sehr sinnvoll, da Akkuschonend ist. Falls der Akku auch in anderen Lampen Verwendung finden soll, beachtet bitte dass er über keinerlei Schutzfunktionen wie Über- oder Unterladungs sowie Kurzschlussschutz verfügt. In diesem Fall übernimmt das zwar die Lampe, aber es gibt auch Lampen die über keine dieser Schutzfunktionen verfügen. Da tiefentladene LiIon Akkus durchaus kritisch reagieren können, rate ich sich mit der Materie auseinander zu setzen, solltet ihr den Akku nicht nur in der Wizard verwenden wollen. Die Lampe zieht in der höchsten Helligkeitsstufe knapp über 6 Ampere, weswegen ein Ersatzakku, solltet ihr einen kaufen wollen, mindestens 7 Ampere bereitstellen sollte. Andernfalls steht nicht die maximale Leistung zur Verfügung.

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Das Ladekabel verfügt ebenfalls über einen Magneten und  wird zum Laden einfach auf die Tailcap gesteckt. Diese muss man jedoch vorher etwas lösen, da der Ladevorgang sonst nicht möglich ist. Das zeigt das Ladekabel mit rotem Blinklicht an. Beim Laden selbst leuchtet das Kabel dauerhaft rot, bei Beendigung desselben wechselt die Farbe zu grün. Der Ladestrom beträgt zu Anfang je nach Ladestand zwar 0,67 Ampere, fällt jedoch schnell ab. Wenn der Akku komplett leer ist, kann ein Ladevorgang durchaus 10 bis 12 Stunden in Anspruch nehmen. Wer viel Zeit hat, mag sich nicht daran stören. Ich finde es aber unnötig lange, da andere Lampen mit ähnlicher Konzeption das  in drei bis  vier Stunden erledigen. Der Ladevorgang wird zuverlässig bei 4,16 bis 4,17 Volt beendet, was voll in den Spezifikationen liegt.

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Ich möchte noch kurz auf das matte Finish eingehen. Selbiges vermittelt zwar ein sehr angenehmes griffiges Gefühl beim Anfassen, zeigt sich jedoch relativ anfällig gegen Kratzer. Allerdings lassen sich viele dieser Kratzer auch einfach wieder rauspolieren, da es oftmals keine tiefergehenden Beschädigungen der Anodisierung sind.

Der Clip ist eine wirkliche Verbesserung zu den meisten Silikonhalterungen, da die Lampe einfach eingesteck wird und dennoch sicher hält.DSC06759

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Bedienung

Die Lampe verfügt über vier Hauptgruppen.
Low, Mid, High sowie Blinkfunktionen. Jede dieser Hauptgruppen hält mehrere Untermodi bereit.
– Low 1,2,3
– Mid 1,2,3
– High 1,2
– Blinkfunktionen Strobe, Beacon, SOS

Mit einem Doppelclick gelangt man immer in die mittlere Stufe, egal ob die Lampe an oder aus war. Mit jedem weiteren Doppelclick wechselt man zwischen Low und Mid hin und her. Mit einem Dreifachclick gelangt man immer in die höchste Stufe. Ebenso mit einem Vierfachclick in die Blinkfunktionen. Hält man in der betreffenden Hauptstufe den Taster gedrückt, rampt die Lampe durch die verschiedenen Unterstufen. Bei der gewünschten Stufe loslassen und die Stufe ist gespeichert. Ist die Lampe aus gelangt man durch Gedrückthalten des Tasters in die Low Stufe.

Das ist schon sehr umfangreich und anfänglich wenig intuitiv. Man gewöhnt sich jedoch daran und lernt dann sogar die vielen verfügbaren Leuchtstufen zu schätzen. Über die Vor- und Nachteile möchte ich jedoch im Absatz Praxistest näher eingehen.

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Beamshots

Hier sieht man sehr gut den breiten und gleichmäßigen Abstrahlwinkel. 20180930_221701

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Messkurve / Laufzeit

Die Armytek Wizard Pro V3 verfügt über eine Temperaturregelung. Das heißt dass sie bei zu hoher Temperatur der Lampe die Leistung selbstständig herunter regelt um eine Überhitzung zu vermeiden. Genauso wird die Leistung selbstständig wieder nach oben geregelt, sobald sich die Lampe abgekühlt hat. So steht in Abhängigkeit der Umgebungstemperatur und äußeren Einflüßen immer die höchstmögliche Leistung zur Verfügung die die Lampe ohne Überhitzung liefern kann. Um die Temperaturregelung zu veranschaulichen, habe ich zwei Graphen erstellt. In der ersten Laufzeitkurve leuchtet die Lampe in der höchsten Stufe ohne Kühlung. Im zweiten Graphen läuft die Lampe ebenfalls in der höchsten Stufe, jedoch in einem Wasserglas stehend zur Kühlung. Man sieht also dass beispielsweise bei kalten Temperaturen eine höhere Leistung dauerhaft zur Verfügung gestellt werden kann. Die mittleren Stufen sind jedoch alle dauerbetriebsfest. Die jeweilgen Laufzeitangaben finden sich weiter unten. Alle Messungen wurden mit nicht geeichtem Hobbyequipment durchgeführt und sind daher nicht verbindlich.

Der Hersteller gibt an dass von den 2300 von der LED erzeugten Lumen letztendlich etwa 1800 vorn austreten. Der Rest sind Wirkungsgradverluste durch die Elektronik und vor allem der Linse. Die vom Hersteller angegebenen 4200 Lux Spotintesität kann ich knapp bestätigen. Hier läuft die höchste Stufe ungekühlt und pendelt sich bei knapp unter 2000 Lux ein.

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Hier läuft ebenfalls die höchste Stufe, jedoch in einem Wasserglas stehend gekühlt. Die dauerhaft maximal mögliche Leistung liegt hier viel höher.

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Laufzeiten: Turbo2 = 1800 (1h theoretisch), Turbo1 = 900lm (1h40min theoretisch), 390lm (4h), 165lm (10,5h), 30lm (50h), 5,5lm (12 Tage), 1,5lm (40 Tage), 0,15lm (200 Tage), Strobe3, Strobe2, Strobe1

 

Bilder

Hier ein paar Eindrücke zur Armytek Wizard.

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Praxistest

Der Hersteller gibt bei diesem Lampenmodell 10 Meter Wasserdichtigkeit an. Ich habe die Armytek Wizard zwei Tage im Gefrierschrank eingelagert um ihre Wasserdichtigkeit und Kälteresistenz zu testen. Wie zu erwarten war, stellte das die Lampe vor keine Probleme. Äußeren Einflüssen steht die Wizard also recht unbeeindruckt gegenüber.

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Ausleuchtung
Die TIR Linse erzeugt ein gleichmäßiges und breit streuendes Lichtbild, welches sich sehr gut zum Laufen eignet. Auch Trails werden bei Bedarf kräftig ausgeleuchtet. Beide Farbvarianten empfinde ich als sehr angenehm. Mein persönlicher Geschmack ist dass mir auf Apshalt die cool white Version besser gefällt, im Wald aufgrund der natürlicheren Farbwiedergabe die warm weiße Variante.

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Bedienung
Wie weiter oben bereits bemerkt, möchte ich das recht komplexe User Interface, also die Bedienung der Lampe hier nochmal aufgreifen. Die vielen Möglichkeiten sind einerseits nützlich, erfordern aber einiges an Fingerfertigkeit. Die Gängigkeit des Tasters gibt ein gutes haptisches Feedback, was  bei den multiplen Clickbefehlen auch nötig ist. Durch die seitliche Position des Tasters, also oben wenn man sie auf der Stirn trägt, hat die Wizard eine gute und ergonomische Handhabung. Mit kalten Fingern oder dicken Handschuhen im Winter gelingt das Treffen der richtigen Leuchtstufe aber nur mit Übung. Bei längerer Nichtbenutzung rate ich zur einfacheren Wizard (ohne Pro). Dadurch dass diese weniger Modi zur Verfügung stellt, ist auch die Bedienung vereinfacht.

Tragegefühl
Vom Tragegefühl schneidet die Armytek Wizard in ihrer Größenklasse mitunter als eine der besten ab. Sie liegt nah am Kopf, ist dabei noch halbwegs mittig,  erzeugt bei korrekter Einstellung des Kopfbands kein Wippen. Gut so. Der Neigungswinkel lässt sich gut verstellen, bleibt dabei aber in der eingestellten Position.

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Fazit

Die Armytek Wizard stellt für vielerlei Anwendungen ein in sich stimmiges und leistungsstarkes Gesamtkonzept dar. Egal ob zum Campen, die Hunderunde, Autoreparaturen oder eben als Lauflampe kann sie überzeugen. Gerade die Multifunktionalität ist eine ihrer großen Stärken. Die gute Verarbeitung, ihre Robustheit sowie die sehr gelungene Halterung am Stirnband sind weitere positive Merkmale. Lediglich die sehr langsame Ladedauer sehe ich als verbesserungswürdig an.

Auch wenn meine Testberichte unabhängig sind und ich immer versuche mit einer möglichst hohen Objektivität zu testen, bin ich gesetzlich dazu verpflichtet diesen Artikel als Werbung zu kennzeichnen.