Klarus HA2C Stirnlampe

Test / Review / Testbericht Klarus HA2C Stirnlampe

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Die Firma Klarus hat sich längst als Hersteller hochwertiger Taschen- und Stirnlampen etabliert und möchte nun auch im Bereich der extrem leistungsstarken Stirnlampen ein Wörtchen mitreden. Hierzu ist ganz aktuell das Modell HA2C veröffentlicht worden. Ob sie sich gegen die Mitbewerber behaupten kann und wo dabei ihre Stärken und Schwächen liegen, möchte ich nun herausfinden.
Für dieses Review wurde mir die Lampe freundlicherweise vom deutschen Generalimporteur https://www.schiermeier.biz/ kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür!

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Technische Daten / Herstellerangaben

Cree XHP70.2 LED
max. Output 3200 ANSI Lumen
5 Leuchtstufen
Turbo, 3200 Lumen, 0,83 Stunden Leuchtdauer
Ultra High, 1000 Lumen, 2,2 Stunden Leuchtdauer
High, 400 Lumen, 3,5 Stunden Leuchtdauer
Medium, 200 Lumen, 8 Stunden Leuchtdauer
Low, 15 Lumen, 75 Stunden Leuchtdauer
Strobe, 3200 Lumen
SOS, 200 Lumen
Beacon 400 Lumen
Kopfdurchmeser 26mm
Gehäusedurchmesser 21,5mm
Länge 110 mm
Gewicht ohne Batterien 65 Gramm
ITS Temperatursteuerung
IPX 8 Standard

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Lieferumfang

Zum Lieferumfang zählen neben der HA2C Stirnlampe selbst, ein Klarus 18GT IMR hochstromfähiger LiIon Akku, das Stirnband, ein beidseitig nutzbarer Clip, eine Handschlaufe (Lanyard), sowie ein USB Ladekabel. Eine deutsche Bedienungsanleitung lag der Packung ebenfalls bei.

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Aufbau / Verarbeitung

Zunächst ist die HA2C als klassische Winkelstirnlampe konzipiert, so folgt optisch die Form der Funktion. Allerdings scheint man bei Klarus genau aufgepasst zu haben, welche sinnvollen Features bei einer solchen Lampe dabei wichtig sind. Doch der Reihe nach. Die komplette Lampe wurde aus Aluminium gefertigt. Billig anmutende Kunststoffteile finden sich daran nicht. Der Lampenkopf beherbergt die Cree XHP70.2 LED, welche sauber zentriert in einem Orange Peel Reflektor sitzt und sich von einem Edelstahlbezel eingefasst zeigt. Auf der Rückseite des Lampenkopfes liegt zwischen den angedeuteten Kühlrippen die mit einem Abdeckgummi verschlossene Micro USB Ladebuchse. Der ebenfalls von einem Edelstahlring eingefasste Taster auf der Oberseite der Lampe ist mit gut fühlbaren Noppen versehen, was die Griffigkeit desselben erhöht.

Nur zur Anmerkung: auf manchen Bildern sind Abnutzungsspuren zu sehen. Die Lampe kommt werkseitig zwar ohne diese daher, leider ist im Auslieferungszustand der Clip bereits angebracht. Beim Entfernen des Clips sind die Abriebsspuren entstanden.

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Der abnehmbare Clip bietet die Möglichkeit die Lampe sowohl nach oben als auch nach unten zu tragen.

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In die gerändelte Tailcap ist ein nicht entfernbarer Magnet eingelassen, welcher kräftig zupackt und die Lampe zuverlässig an allem magnetischem Metall haften lässt. Das Gewinde läuft spiel- und kratzfrei, ist im Auslieferungszustand jedoch nicht gefettet. Da man den Akku jedoch in der Lampe laden kann und somit nicht häufig entnehmen muss, ist das auch gar nicht notwendig. Das Batterierohr zeigt sich großzügig dimensioniert und dürfte auch wegen der Feder in der Tailcap wohl mit den allermeisten Akkus im 18650er Format zurecht kommen. Zumindest was die Abmaße betrifft! Denn aufgrund ihrer Leistung von bis zu 3200 Lumen verlangt die HA2C nach einem hochstromfesten Akku, der fähig ist den immensen Stromhunger der Lampe auch zu stillen.

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Der Akku selbst ist ein mit 3100 mAh spezifizierter IMR Hochstromakku. Zwar zeigt sich die Lampe auch geschützten Exemplaren an 18650 LiIon Akkus und sogar 2x16340er Akkus und 2xCR123 Primärzellen nicht abgeneigt. Die Maximalleistung steht jedoch nur mit ungeschützten Zellen zur Verfügung. Zudem muss beachtet werden dass auch die Ladefunktion nur bei einer Bestückung mit 1×18650 verwendet werden darf.

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Kommen wir nun zur Ladefunktion. Steckt man das mitgelieferte oder jedes beliebige Micro USB Kabel an den Ladeport, beginnt der Ladevorgang automatisch. Dies wird durch eine rote Beleuchtung des Tasters signalisiert. Bei Beendigung des Ladevorgangs wechselt die Anzeige die Farbe und wird grün. Gelbe Farbe signalisiert eine Störung. Der Ladevorgang endet zuverlässig bei 4,19V. Der Ladestrom beträgt je nach Ladestand bis zu 1 Ampere, was alles innerhalb der Spezifikationen liegt. Außerordentlich gut gefällt mir die optische Umsetzung der Farbgebung beim Ladevorgang. Leider hat der Hersteller hier noch auf einen Micro USB Anschluss gesetzt. Ein USB C Anschluss wäre zeitgemäßer.

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Im Übrigen dient die Beleuchtung des Tasters auch als vereinfachte Spannungsanzeige. Nach dem Einschalten der Lampe blinkt für etwa fünf Sekunden die eingebaute LED im Taster. Dabei steht grün für 70 bis 100 Prozent, orange für 30 bis 70 Prozent und rot für weniger als 30 Prozent Restkapazität. Sinkt die Restkapazität des Akkus unter 10 Prozent, leuchtet die LED rot und beginnt dann zu flackern.

Das Stirnband selbst ziert nur der Klarus Schriftzug und verfügt weder über Gummistreifen auf der Innenseite um das Rutschen zu verhindern, noch über reflektierende Elemente auf der Aussenseite. Insgesamt macht das Stirnband einen qualitativ ordentlichen Eindruck. Ob es Selbigen auf Dauer bestätigen kann, wird der Langzeittest zeigen.

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Bedienung

Das User Interface, sprich die Bedienung, folgt dem Beispiel vieler Lampen in diesem Segment. Mit einem kurzen Click startet die Lampe in der zuvor verwendeten Leuchtstufe. Durch Gedrückthalten wechselt die Lampe durch die unteren vier Leuchtstufen. Der Turbo Modus ist nur per Doppelclick zu erreichen. Betätigt man im Turbomodus nochmals den Doppelclick, gelangt man in eine zuvor eingestellte Midstufe. Hält man im Turbomodus den Taster gedrückt, gelangt man immer in die niedrigste Stufe. So sind dauerhaft drei verschiedene Helligkeitsstufen direkt anwählbar. Die Sondermodi wie Strobe, Beacon und SOS sind nacheinander mit Dreifachclicks anwählbar. Das ist für meinen Geschmack noch einfach, dabei aber praxisgerecht und durchdacht. Gut gemacht!

 

Beamshots

Hier erkennt man gut dass die Lampe einen Farbverlauf im Beam erzeugt. Der Spot ist wesentlich wärmer als der Spill. Die Korona um den Spot herum hat ebenfalls eine wärmere Lichtfarbe. Auch wenn mir das persönlich nicht so gut gefällt, spielt das im Outdooreinsatz kaum eine Rolle.

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Outdoor

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Messkurve / Laufzeit

Alle Messungen wurden mit nicht geeichtem Hobbyequipment durchgeführt und sind daher nicht verbindlich. In der ersten Grafik wurde die Lampe auf höchster Stufe ungekühlt betrieben. Gut zu sehen ist die temperaturabhängige Regelung. In der zweiten Grafik wurde die Lampe ebenfalls auf höchster Stufe in einem Wasserglas stehend gekühlt. Die Durchschnittshelligkeit ist in diesem Fall höher.

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Bilder

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Praxistest

Tragegefühl

Vom Tragegefühl reiht sich die Klarus HA2C nahtlos in die Riege der bewährten Winkelstirnlampen ein. Sofern das Stirnband richtig eingestellt ist, hält sich das Wippen beim Laufen in engen Grenzen. Insgesamt musste ich das Stirnband nicht allzu eng machen, um auch Tempoläufe oder Trails mit festem Sitz absolvieren zu können. Im sonstigen Outdooreinsatz lässt sich die Spannung auch noch weiter reduzieren, um den Tragekomfort zu erhöhen.

Ausleuchtung

Die Ausleuchtung ist Dank des breiten Lichtkegels zum Laufen und allen Tätigkeiten im Nahbereich gut geeignet. Der gleichmäßige Spill leuchtet den unmittelbaren Nahbereich gut aus und erreicht durch den kräftigen und breiten Spot dennoch eine gewisse Reichweite. Der Spot setzt sich zwar deutlich vom Spill ab, ist aber dennoch nicht so sehr ausgeprägt dass er beim Laufen durch die Auf- und Abbewegung stören würde.

Bedienung

Grundsätzlich kommt die HA2C mit ihrer Funktionsweise den Anforderungen beim Laufen entgegen. Die Leuchtstufen sind gut abgestimmt und auch ein kurzzeitiges Fernlicht ist möglich, ohne im Anschluss wieder alle niedrigen Modi durchschalten zu müssen. Die seitliche Position des Tasters lässt die Bedienung mit den bloßen Händen zwar noch gut gelingen, mit Handschuhen oder bei Tempoläufen wird das aber schon etwas tricky. Schade dass nicht mehr Hersteller den Taster um 90 Grad versetzt anbringen. Das käme der Bedienergonomie noch weiter entgegen. Insgesamt ist das aber nichts womit man mit ein wenig Übung nicht umgehen könnte. Bei allen Anwendungen abseits des Sports spielt das ohnehin keine so tragende Rolle.

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Fazit

Viel Licht, nur wenig Schatten. Die Klarus HA2C bedient sich vieler bewährter Eigenschaften und macht daher auch vieles richtig. Eine kurzzeitig hohe Lichtleistung, praxisnah abgestimmte Leuchtstufen, eine einfache aber effektive Bedienung, zusammen mit der Ladefunktion und dem Magneten in der Tailcap runden das Paket stimmig ab. Lediglich der etwas ungleiche Farbverlauf  im Beam trübt für mich das Gesamtbild. Wobei das draußen in der Praxis weitaus weniger auffällt. Wenn man sich daran aber nicht stört, bekommt man hier einen guten und leuchtstarken Begleiter, auch abseits des Laufsports.

Auch wenn meine Testberichte unabhängig sind und ich immer versuche mit einer möglichst hohen Objektivität zu testen, bin ich gesetzlich dazu verpflichtet diesen Artikel als Werbung zu kennzeichnen.