Über…

…das Laufen oder Joggen in der Dunkelheit.

Noch vor wenigen Jahren war es so, dass es mich vor ernsthafte Probleme stellte wenn das Lauftraining auf den Abend fiel. Ambitioniertes Training ist in der Dunkelheit kaum praktikabel und Stirnlampen waren zu der Zeit nicht vergleichbar mit den heutigen Modellen. Zu dunkel, schlechte Ausleuchtung und kurze Batterielaufzeiten machten das abendliche Training nicht unbedingt angenehm.

Ganz anders ist das heute. Es gibt eine schier unendliche Auswahl an Stirnlampen in allen Preisklassen mit unterschiedlicher Ausstattung und Leistung. Doch welche ist die richtige für den Laufsport, welche ist eher geeignet zum Mountainbiken oder zum Campen? Wo sind die Stärken und Schwächen der einzelnen Modelle? Noch dazu kommen Fachbegriffe wie Lumen, Lux und IPX, was die Verwirrung komplett macht.

IMG-20180806-WA0003copyright by christian schletzke

 

Meine Testberichte

Und genau da setzt meine Seite an. Ich teste herstellerunabhängig Stirnlampen und Beleuchtung für den Lauf- und Radsport. Und zwar in der Praxis als Sportler. Hierfür teste ich jede Lampe in unterschiedlichen Terrains (Straße, Waldwegen, Trails) mehrfach bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen.

Als leidenschaftlicher Marathon- und Trailläufer zieht es mich auch oft mit dem Mountainbike und Rennrad raus zum Training. Und wenn ich am verdienten Wochenende gerne mit kleinem Gepäck zelten gehe, ist auch hier immer mindestens eine Stirnlampe dabei.

Stirnlampe mit Akku vorn Olight H1R 20
Stirnlampe mit Akkupack am Hinterkopf
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Es gibt unzählige Anwendungsfälle, aber längst nicht jede Stirnlampe ist für alles geeignet. Eine Stirnlampe mit engem Lichtkegel und einem grellen Spot ist zum Laufen beispielsweise ungeeignet, beim Mountainbiken kann das aber sogar erwünscht sein. Deshalb möchte ich zunächst auf die verschiedenen Anforderungen an Stirnlampen eingehen. Bleiben wir zunächst bei einer Stirnlampe die zum Joggen geeignet sein soll.

 

Welche Kriterien muss eine Stirnlampe erfüllen?

Stirnlampen welche zum Laufen / Joggen benutzt werden, müssen Kriterien aufweisen, welche bei anderen Aktivitäten nicht zwingend notwendig sind, so zB:
-Fester Sitz, ohne einzuengen, auch nach längerem Tragen.
-So ist z.B ein Überkopfband , je nach Gewicht und Bauart der Lampe, unumgänglich, sonst fängt die Lampe schnell zu Wippen an. Dies mag auf kleine leistungsarme Lampen freilich nicht zutreffen.
-Sehr ausladende Konstruktionen mit ungleichem Schwerpunkt eignen sich nicht.
-Außerdem sollte der Lichtkegel auf den Sport angepasst sein. Reichweitenorientierte Lampen sind zum Laufen suboptimal, eine breite, gleichmäßig ausgeleuchtete Fläche ist hier mehr wert.
-Einfache Bedienung, auch mit Handschuhen oder kalten Fingern sollte möglich sein.
-Manchmal erweisen sich mindestens zwei leicht schaltbare Leuchstufen als hilfreich, um ggf. schnell auf- und abblenden zu können.
-Desweiteren haben manche Lampen Besonderheiten die durchaus sinnvoll sein können, wie etwa eine Rücklichtfunktion am Hinterkopf.

Unterschiedliche Bauformen bringen jeweils Vor- und Nachteile mit sich. Darauf werde ich in den Testberichten näher eingehen. Hier ein Winkelkopflampe.

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Anforderungen an eine Stirnlampe beim Laufen

Ich möchte kurz auf ein paar Anforderungen an eine Stirnlampe näher eingehen:
Neben einer wie bereits erwähnt eher flächigen Ausleuchtung sind weitere Eigenschaften einer Lauflampe von Vorteil:
Wichtig ist es mir auch eine Aufblendfuktion zu haben,  um kurz den weiteren Verlauf des Weges zu sehen oder um anderweitig auf sich aufmerksam zu machen. Ein nicht zu unterschätzendes Feature. Aktiviere ich den Turbo, möchte ich nicht wieder zuerst über alle dunklen Leuchtstufen schalten müssen um wieder in die vorherige Leuchtstufe zu gelangen. Die Augen würden dazu ein paar Augenblicke der Adaption benötigen. Speziell bei Trails ist das ein echtes No-Go. Ein schneller Wechsel zwischen einer voreingestellten mittleren Leuchtstufe und Turbo ist (mir) wichtig.

Wer regelmäßig trainiert kommt nicht umhin das hin und wieder auch im Regen machen zu müssen. PWM , eine sogenannte Pulsweitenmodulation (eine billige Möglichkeit für Hersteller die Helligkeit der Lampe in den unteren Leuchtstufen zu realisieren), kann hier in Form von Flimmern störend auffallen. Auch können sich Ungleichmäßigkeiten und Artefakte im Abstrahlverhalten negativ bemerkbar machen.
Das Gewicht muss sich gut verteilen, der Sitz der Lampe muss angenehm, wipp- und rutschfrei sein, ohne Einzuengen. Dies gilt umso mehr bei langen Trainingseinheiten.
Wasserdichtigkeit und Kälteunempfindlichkeit sind obligatorisch.

Die Anforderungen sind hoch, nun wird auch klar warum längst nicht jede Stirn- oder Winkelkopflampe für das (Trail-) Laufen geeignet ist.

Manche Stirnlampen bieten interessante Funktionen, wie zum Beispiel eine situationsbedingte, selbstständige Regulierung der Leuchtstärke. Die hier aufgeführte Petzl Nao+ misst per Sensor das reflektierte Licht und gleicht die Lichtmenge automatisch an. Ein manuelles Umschalten von Hand, etwa beim Karten lesen und anschließendem in die Ferne schauen, entfällt dabei.

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Warum keine Taschenlampe beim Laufen?

Von einer Taschenlampe beim Laufen in der Hand gehalten, rate ich zugunsten eines sauberen Laufstils grundsätzlich ab. Macht man sich bewusst wie viel einzelne Bewegungsabläufe beim Laufen ineinandergreifen, wird auch klar warum. Ein sauberer, physiologisch einwandfreier Laufstil ist nur möglich, wenn keine Komponente desselben durch störende Einflüsse beeinflusst werden. Die gesamte Biomechanik beim Laufen ist komplex miteinander verbunden, Armschwingen gleicht den Rotationsschwung der Beine aus, Schulter – und Beckenrotation stehen dem gegenüber. Wenn nur eine dieser Komponenten auch nur geringfügig „unrund“ läuft, leidet darunter nicht nur die eigene Laufökonomie. Zusätzlich versaut man sich in jedem Fall den Laufstil.

Hier die extrem leichtgewichtige Petzl Bindi DSC06541

 

Wie viel Licht benötigt man?

Hier werde ich versuchen, aus meiner Erfahrung heraus, Anhaltspunkte zu geben, welche Lichtmenge in etwa für welchen Verwendungszweck notwendig ist.

-Zum bloßen Gesehen werden und um auf beleuchteten Wegen hinreichend wahrgenommen zu werden, reichen 50 – 100 Lumen.
-Auf befestigten, aber unbeleuchteten Wegen kommt man mit 100 – 250 Lumen gut klar.
-Auf Waldwegen sind, je nach Beschaffenheit, 250- 500 Lumen ausreichend.
-Wer ambitioniert richtige Trails läuft, kann entsprechend auch mehr benötigen.

Hier eine Lampe die über berührungslose Gesten gesteuert wird.

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Tips

Übrigens lässt sich der Tragekomfort fast aller Stirnlampen durch das Tragen eines Schlauchschals, auch Buff genannt, deutlich verbessern. Dies ist übrigens nicht nur im Winter als Kälteschutz , sondern auch im Sommer als Schutz vor Sonnenstich, Sonnenbrand, und in Wasser getränkt als Schutz vor Überhitzung ein überaus nützliches, aber oft unterschätztes Tool.

In meinen Testberichten werde ich versuchen meine Erfahrung als jahrelanger Läufer möglichst objektiv einfließen zu lassen. Aber auch wenn du mit Laufen, Joggen, Traillaufen oder Radfahren nichts am Hut hast, lohnt es sich hier öfters vorbei zu schauen. Es werden regelmäßig neue Testberichte und Reviews veröffentlicht. Wer Fragen oder Anregungen hat, kann mich gerne per Email anschreiben.

Verschiedene Arten der Ausleuchtung und Lichtfarben haben unterschiedliche Vor- und Nachteile, auch darauf werde ich in den Testberichten eingehen. DSC05296

 

Verdiene ich etwas an dieser Seite?

Ganz klar: Nein!  Es gibt auf meiner Seite keine Affiliate Links zu Shops. Ich verdiene hieran keinen Cent. Denn ich glaube dass Testberichte nur solange objektiv sind wie kein Verkaufsinteresse besteht. Das ist Grundsatz meines Blogs. Meine Testberichte sind unabhängig und nicht gesponsert und das wird auch so bleiben. Auch wenn mir eine Lampe kostenlos für einen Test zur Verfügung gestellt wird, hat das keine Auswirkungen auf meine Objektivität. Einflussnahmen seitens der Hersteller auf meine Reviews gibt es nicht.

Wer sich nun fragt warum ich das Ganze hier dann überhaupt mache: Ganz einfach. Schichtbedingt konnte und kann ich oftmals nur abends trainieren, weswegen ich mir vor vielen Jahren eine Stirnlampe gekauft habe. Die war allerdings Mist. Dann habe ich ein paar weitere Stirnlampen probiert und so kam irgendwann das Interesse an der Technik dahinter. So ist über die Jahre ein Hobby daraus geworden. In diversen Laufsport- und Taschenlampenforen hat sich schnell meine Begeisterung für dieses Thema herumgesprochen so dass ich häufig angeschrieben und um meine Erfahrung gebeten wurde. Und so entstand irgendwann dieser Blog. In diesem Sinne!

Viel Spaß auf meiner Seite.

 

Bei vielen Trail- und Ultraläufen sind Stirnlampen Pflicht. Hier zum Beispiel beim Karlsruher Fidelitas Nachtmarathon.

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